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Nein zu den Erschließungsplänen am Hochsonnberg

02.02.2012 Pressemeldung Salzburg von Hannes Augustin (0 Kommentare)

Hochsonnberg Schigebietspläne
Hochsonnberg Schigebietspläne

Der Naturschutzbund Salzburg fordert den sofortigen Verzicht auf die Erschließungspläne am Hochsonnberg in Piesendorf / Pinzgau. Der Sachverständige Kurt Hoch (FIS) beurteilt 2 der 5 Pistenabschnitte negativ – Der Genehmigungsbescheid der Landesregierung in punkto Beschneiung ist laut Gutachter „weitgehend realitätsfremd“.

Medieninformation, 2012-01-31

 

Ein Gutachten stellt der angestrebten „Schigebietserweiterung Hochsonnberg“ kein gutes Zeugnis aus. Erstellt hat das Gutachten der gerichtlich beeidete Sachverständige Kurt Hoch, ehemaliger Chefrenndirektor Alpin des internationalen Skiverbandes FIS.

 

Hoch zerpflückt in seinem Gutachten die Qualität der einzelnen Pistenabschnitte und kommt zum Schluss, daß angesichts der Pistenbeschaffenheit nur drei der fünf Abschnitte als „schitechnisch sinnvolles Vorhaben“ eingestuft werden können. Besonders kritisch setzt sich der Experte mit dem untersten Pistenabschnitt 1 – der Talabfahrt - auseinander.

 

„Da jedoch die überwiegende Anzahl der Pistenbenützer nicht das technische Niveau aufweist, um einen nahezu 60 Prozent steilen Hangabschnitt sicher zu befahren“ werden die meisten diesen Steilhang umfahren, schreibt Kurt Hoch in seinem Gutachten. Somit seien im unteren Abschnitt nicht bloß 300 Meter Skiweg anzunehmen, wie im Genehmigungsbescheid der Landesregierung angegeben, sondern 920 Meter.

 

Kritisch äußert sich der Sachverständige auch zur geplanten 35 Meter langen und 6 bis 9 Meter breiten Skibrücke. Dort muss „der Skiverkehr von talseitig rechts nach links und zurück geleitet werden … um eine sichere Zu- und Einfahrt in den Brückenbereich zu ermöglichen“. Dabei werde eine rund 80 Meter breite Pistenfläche zerschnitten und der Bewegungsfluss des Skiverkehrs zumindest in Stoßzeiten stark eingeschränkt.

 

Negativ beurteilt Gutachter Hoch auch die geographisch-klimatischen Gegebenheiten. Im Genehmigungsbescheid der Landesregierung heißt es dazu, daß aufgrund der südseitig exponierten Lage mit einem zusätzlichen Energieverbrauch von 20 Prozent für die Beschneiung gerechnet werde. Dem solle entgegengewirkt werden durch eine „zeitliche als auch quantitative Beschränkung der Beschneiung“. Kurt Hoch nennt das in seiner Expertise „weitgehend realitätsfremd“.

 

Auch in den oberen Pistenbereichen werde man ohne Nachbeschneiung nicht auskommen. Für die Talabfahrt werde es aber notwendig sein, nach „ausreichender Grundbeschneiung jede Witterungssituation, die eine effektive Nachbeschneiung erlaubt“ bis in den Hochwinter auszunutzen, um den üblicherweise wiederholt auftretenden zwischenzeitlichen Wärmeperioden sowie Schmelzvorgängen entgegen zu wirken. Dennoch müssten diese sonnenexponierten Abfahrten wegen Ausaperung voraussichtlich zwei bis vier Wochen früher gesperrt werden als das restliche Schigebiet.

 

Angesichts dieses vernichtenden Gutachtens fordert der Naturschutzbund Salzburg, von der Erschließung des Hochsonnbergs sofort Abstand zu nehmen. Sollten Hinweise zutreffen, wonach auf den Gutachter eingewirkt wird, sein Gutachten abzuändern, so wäre das ein Fall für die Justiz.

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