|
|
||||
| überLEBEN Presseinformation: NATURSCHUTZBUND fordert Tabuzonen für Wasserkraftwerke |
Europäische Äsche (Thymallus thymallus) Fam. Lachsfische (Salmonidae) Verbreitung Vorkommen der Äsche finden sich von Mittel- und Ost-Europa, von Lappland und dem Gebiet des Weißen Meers bis in den norditalienischen Alpenraum, im Donau- und im Wolgabecken. Westwärts dringt die Art bis ins östliche Frankreich und nach England vor. Durch die Bevorzugung kälterer Klimabereiche ist die Äsche in diesem Areal sehr unregelmäßig verbreitet. Es sind verschiedene lokale Rassen ausgebildet, z.B. die Drau-Äsche mit eher rötlichen Flossen oder die Inn-Äsche mit blau-grauen Flossen. Diese Rassen gehen auf die speziellen Verhältnisse in den jeweiligen Flüssen zurück. Lebensraum Die Äschenregion, welche nach dem vermehrten Vorkommen der Äsche benannt wird, liegt zwischen Forellen- (als Oberlauf) und Barbenregion (als Unterlauf). Begleitfische sind typischerweise Bachforelle, Huchen, Schmerle, Koppe, Elritze, Barbe, Nase, Aitel, Gründling, Hasel und Schneider. Als Lebensaum dienen tief gelegene grosse Fliessgewässer, die eine starke Strömung und eine lockere, wasserdurchlässige Kiessohle aufweisen. Bereits geringe Veränderungen können bewirken, dass ein Laichplatz unbrauchbar wird. Die Äsche ist ein Standfisch in kalten, klaren, schnellfliessenden Gewässern mit schwachem Pflanzenbewuchs und kiesigem Grund. Sie ist sehr empfindlich gegenüber Wasserverunreinigungen. ![]() Beschreibung Die Äsche ist ein relativ kleiner, leichter Fisch mit einer Größe von 30-50 cm und einem Maximalgewicht von 3 kg. In den ersten beiden Lebensjahren wächst die Äsche noch schnell (nach dem 2. Jahr ca. 25 cm lang), in den darauf folgenden Jahren verlangsamt sich das Wachstum auf durchschnittlich nur mehr 4 cm pro Jahr. Größe und Gewicht dienen nicht als Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern, sondern eher die deutlich höhere, ausgefranste Rückenflosse bei den Männchen im rückwärtigen Teil. Die Äschen sind kleinköpfige, mäßig gestreckte Fische mit engem Maul und auffallend hoher und langer Rückenflosse. Die Schuppen sind groß und beginnen sich ab einer Körpergröße von ein paar Zentimeter zu bilden. Die Farbe des Rückens ist blaugrün, die Seiten sind heller und der Bauch silberweiß. Über Rücken und Seiten sind unregelmäßig schwarze Flecken verteilt. Zur Laichzeit tragen beide Geschlechter einen deutlichen Purpurglanz. Lebensweise Die Fruchtbarkeit der Äsche ist im Vergleich zu anderen Fischarten sehr gering. Im Durchschnitt werden 3.000-6.000 Eier an seichteren Stellen (mit geringer Fließgeschwindigkeit) auf Kiesgrund abgelegt. Größere, wohlgenährte Weibchen können aber durchaus bis zu 20.000 Eier ablegen. Nach 2-4 Wochen schlüpfen die Jungfische. Die Geschlechtsreife tritt zwischen 2. und 4. Lebensjahr ein, wobei Männchen meist früher geschlechtsreif sind. Ab der Laichreife, vermutlich durch den dadurch bedingten Stress, tritt eine deutlich erhöhte Mortalität ein. Deshalb wird die obere Altersgrenze mit ca. 7 Jahren angegeben. Die Laichzeit setzt im Frühjahr nach der Schneeschmelze ein und die Wanderung beginnt. Die adulten Fische wandern nach dem Ablaichen wieder an ihre Standplätze zurück. Laichplätze sind flache, seichte Kiesbänke. Die laichenden Äschen bringen die Eier in kleinen Gruben bis 7 cm Tiefe ein. Sie benötigen also ein geeignetes Kiessubstrat, das aber nicht durch Feinmaterial zu verdichtet sein darf, da die Embryonen während der ersten Tage im Kies leben und genügend Sauerstoff brauchen. Die Jungfische benötigen Areale mit geringer Fließgeschwindigkeit und reich strukturierte Ufer. Mit zunehmender Größe suchen die Jungäschen Stellen mit immer stärkerer Strömung auf und nehmen ihre Territorien ein. Dort finden sie auch genügend Nahrung. Gefährdung und Schutz Als Schutzmaßnahme im Gewässer dient die periodische Reinigung der Kiessohlen, damit sich nicht zuviele Feinsedimente ansammeln, sonst sterben die Embryonen ab. Gefährdungsursachen sind vor allem Befischungen, Bejagung durch Kormorane, Flussbegradigungen. Stauhaltungen und Kraftwerke beeinflussen Sedimente, Geschiebe und Strömungsdynamik. Wenn notwendige Habitate durch Wanderhindernisse wie z.B. Wehre oder Restwasserstrecken voneinander getrennt sind, müssen Fischpässe und Aufstiegshilfen erreichtet werden. Es ist dabei aber zu beachten, dass Äschen ungern springen, sondern Hindernisse immer schwimmend zu durchqueren versuchen. Fehlende Vernetzung zählt zu den Hauptgründen für das Aussterben, denn sonst bestünde für Fische die Möglichkeit, ungünstigen Temperaturen, Wasserführung, Nahrungsbedingungen, Chemismus, Prädation zu entgehen. Schutzmaßnahmen, laufende Projekte Derzeitig laufende Schonbestimmungen für die Äsche sind das Festsetzen von Fangmindestmaß um Erstlaicher zu beschützen, Fangmindestmasse, Fangzahlbeschränkung, Fangfenster (bestimmte Bereiche abgegrenzt - z.B. um Jungfische und ablaichende Tiere zu schützen) und eine zeitliche Beschränkung (Schonzeiten) in Zusammenhang mit Beschränkung der Fischereikarten. Örtliche Fangbeschränkungen, ständiges Monitoring und Erfolgskontrollen sind notwendig, um den Bestand auf Dauer zu sichern. Steckbrief als pdf-Datei Zusammengestellt von: Friesacher Daniela und Gepp Johannes |
![]() ![]() ![]() Junge Äschen |
||
| zurück zur Übersicht HOME |
Literaturhinweise HÖPFLINGER, SCHLIEFSTEINER (1995): Naturführer Österreichs Flora und Fauna. Styria, Graz. http://www.umwelt-schweiz.ch |
![]() |
||
| NATURSCHUTZBUND Österreich 5020 Salzburg, Museumsplatz 2 T ++43-662-64 29 09 F ++43-662-64 37 344 bundesverband@ naturschutzbund at www.naturschutzbund.at |
||||
|
|
|




