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Art des Bundeslandes Kärnten




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Bachforelle (Salmo trutta fario)

Verbreitung
Die Bachforelle ist mit verschiedenen Unterarten in ganz Europa (mit Ausnahme der südlichen iberischen Halbinsel) vertreten. Die meisten österreichischen Populationen der Bachforelle gehören mit großer Wahrscheinlichkeit zum Donautypus.

Lebensraum
Die Bachforelle lebt in Fließgewässern und Seen mit kühlem und sauerstoffreichem Wasser, vom Hochgebirge (2.500 m) bis ins Flachland. Sie ist der Leitfisch der Forellenregion, kommt aber auch in der Äschen- und Barbenregion vor. Sie ist ein Standfisch, der sich nur selten von seinem Platz entfernt, außer wenn er auf Jagd geht oder zum Laichen aufsteigt.

Beschreibung
Die Bachforelle wird 20-30 cm, max. 50 cm lang. Ihr Körper ist torpedoförmig und seitlich etwas zusammengedrückt, die Schwanzflosse im Jugendstadium etwas eingebuchtet, im Alter fast gerade. Die Farbe wechselt je nach Aufenthaltsort, meist ist aber der Rücken grünlich bis bräunlich, Kopf und Seiten sind goldgelb gefärbt mit schwarzen und hellblau oder weißlich eingerahmten roten Punkten. Das Maul ist endständig und bis hinter die Augen gespalten.

Bestimmungshilfe
"Fettflosse" zwischen Rücken- und Schwanzflosse, auf den Flanken die typischen, hell eingerahmten roten Punkte; Jungtiere dunkel quergebändert.

Wissenswertes und Hinweise
Die Bachforelle ist bei uns die einzige Kinderstube für die extrem gefährdete Flussperlmuschel: Im Spätsommer stoßen die weiblichen Flussperlmuscheln Millionen von Larven (Glochidien) aus, die sich in den Kiemen der heimischen Bachforelle festsetzen, wo sie sich als Parasiten für ca. 10 Monate einnisten und zu lebensfähigen Jungmuscheln entwickeln. Ohne die Bachforelle ist also auch die Flussperlmuschel zum Aussterben verurteilt.

Lebensweise und Biologie
Die Nahrung besteht aus Kleintieren aller Art (Insekten, Larven, Würmer, Schnecken) später auch Fische. Das Wachstum wird vom Aufenthaltsort und von der Wassertemperatur sehr beeinflusst. Die Bachforelle sucht zur Laichzeit (Spätherbst und Winter) kleinere und kleinste Nebenbäche auf, um hier auf sandig-kiesigen, schnell durchströmten Flachwasserbereichen abzulaichen. Die Bachforelle liebt Verstecke und tiefe Stellen. Unterspülte Wurzeln, überhängende Büsche, große Steine im Wasser sind Anziehungspunkte.



Bachforellen © Kaltenegger

Bachforellen sind sehr standorttreu









Flussperlmuschel © Limberger

Die gefährdete Flussperlmuschel kann ohne die Bachforelle nicht überleben
Gefährdung und Schutz (inkl. Rote-Liste Status)
Die Bachforelle ist in Österreich nicht gefährdet, wohl aber viele ihrer Unterarten (endemische Arten). Auch die autochthonen donaustämmigen Bestände sind rückläufig. Die Bachforelle unterliegt dem Fischereirecht (Länderrecht), darf ab minimal 20 cm angeeignet werden und ist von etwa Mitte September bis Mitte März geschont.

Ausbau und Begradigung sowie Verschmutzung der Gewässer sind wesentliche Gefährdungsfaktoren. Auch das Einschleppen von Forellenkrankheiten über unkontrollierten Besatz und das Einsetzen nicht heimischer Konkurrenzfische wie der Regenbogenforelle und Bachsaibling wirken sich negativ aus. Ein weiteres Problem ist der Eintrag von Feinsedimenten (u. a. durch Ackererosion), die die Laichhabitate verschlammen und das Vorhandensein unüberwindbarer Gewässerbarrieren. Gewässerreinhaltung, Sanierung und Renaturierung durch Wiederherstellung von strukturreichen Gewässern ermöglichen es der Bachforelle sich wieder selbst zu reproduzieren und stabile Bestände aufzubauen. Auf Besatz mit aus Nordamerika eingebürgerten, allochthonen Regenbogenforellen und Bachsaiblingen sollte verzichtet werden.

Auch genetische Durchmischung mit nicht heimischen Besatzforellen des Atlantischen Stammes wird zum Problem. Der über 10.000 Jahre durch scharfe natürlich Auslese optimal an die teils eher rauen ökologischen Verhältnisse unserer Gewässer angepasste "Donaustamm" droht verloren zu gehen. Durch ihre angeborene natürliche Scheu und Fluchtverhalten entgehen Fische dieses Stamms auch eher dem Raubdruck durch Reiher und Fischotter als die Individuen der durch Zucht denaturierten, eigentlich "domestizierten" Formen. Daher arbeitet der NATURSCHUTZBUND Kärnten daran, noch existierende autochthone Kärntner Populationen der "Donauforelle" zu entdecken sowie deren Bestand als Genpool und wertvolle Genbank zu sichern und nachzuzüchten. Die Zusammenarbeit mit den Fischereivereinen gestaltete sich bis jetzt äußerst konstruktiv (z. B. Äsche Villach), aber auch das Land Kärnten beteiligte sich in bemerkenswerter Weise. Sogar Jugendliche der Naturschutzjugend Kärnten setzen sich immer wieder beispielgebend bei Rettungsaktionen ein.


Literaturhinweise

Gerstmeier R. & T. Romig (2003): Die Süßwasserfische Europas. Kosmos-Verlag. Stuttgart

http://www.vdsf.de: Fisch des Jahres 2005: Die Bachforelle (Salmo trutta fario), Verband Deutscher Sportfischer e.V. , Wolfgang Düver

Thomas Spindler, Umweltbundesamt, Wien 1997, FISCHFAUNA IN ÖSTERREICH, Ökologie - Gefährdung - Bioindikation, Fischerei - Gesetzgebung

Steckbrief als pdf-Datei



Die Bachforelle selbst ist nicht gefährdet - wohl aber viele von ihr abhängige Arten


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