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| überLEBEN | Bachneunauge (Lampetra planeri) Fam. Neunaugen (Petromyzonidae) Verbreitung Das Bachneunauge ist in fast ganz Europa nur mehr unregelmäßig verbreitet und selten. In Österreich besiedelt es die Oberläufe der Donau, das Mühl- und Waldviertel, das Gesäuse, sas Obere Inntal, das Obere Murtal und Teile vom Burgenland. Lebensraum Laich- und Aufwuchshabitate sind Kies- und Sandbänke. Für adulte Tiere sind durchgehende Wanderstrecken notwendig, Im Lebenszyklus dieser Neunaugenart findet eine Wanderung zwischen sandigen Bereichen, in denen die Larven eingegraben leben, und Kieszonen, auf denen die geschlechtsreifen Tiere den Laich absetzen, statt. Geeignete Lebensräume sind durchströmte Seen und Bäche, Flüsse mit sauberem Wasser wo ruhige Bereiche (für Larven) aber auch rasch durchflossene Abschnitte mit Kiesuntergrund (Laichplätze und für ältere Larven) nebeneinander vorkommen. Naturbelassene, unregulierte kleine Gewässer sind für die Larvenetwicklung notwendig. ![]() Beschreibung Das Bachneunauge wird bis zu 15 cm groß und erinnert von seinem Aussehen her zunächst an einen jungen Aal, ist mit diesem und den übrigen Fischen aber nicht näher verwandt. Es gehört zu den so genannten Rundmäulern, eine sehr altertümliche Tiergruppe. Das Maul ist ein kreisrundes Saugmaul mit Hornzähnchen, die Zähne sind stumpf und schwach. Sie werden beim Bachneunauge nicht verwendet, da die erwachsenen Tiere keine Nahrung aufnehmen. Ihre Haut ist schleimig und ohne Schuppen. Der deutsche Name leitet sich von der Nasengrube, dem Auge und sieben Kiemenöffnungen (dies sind Spalten ohne Kiemendeckel) ab, die von der Seite gesehen eine Reihe von neun markanten "Augen" ergeben. Die Färbung des Körpers kann graublau, braungrün bis braun sein, Bauch und Seiten sind heller. Nur die Weibchen besitzen einen After-Flossensaum. Ähnliche Arten Die Rückenflossen der erwachsenen Bachneunaugen stoßen aneinander, durch dieses Merkmal unterscheiden sie sich vom Flussneunauge. Lebensweise Die erwachsenen Bachneunaugen graben zwischen April und Juni mit dem Schwanz eine Laichgrube in den Sand oder Kiesboden, aus der sie die größeren Steine mit dem Maul herauswälzen. Während des Laichvorgangs saugen sich die Weibchen mit dem Maul an einem Stein fest und die Männchen winden ihren Schwanzteil um sie. Aus den Eiern schlüpfen Larven (Querder), die dreieckige Mäuler und hufeisenförmige Oberlippen haben. Die Larven leben in sandigen Ablagerungen der Bachoberläufe der oberen Forellenregion vergraben und ernähren sich durch Filtrieren von feinen organischen Partikeln. Nach einem 4-7 Jahre dauernden Larvenstadium kommt es vom Herbst bis zum Frühling zur Metamorphose der Larven zu adulten Tieren. Erwachsene Bachneunaugen nehmen keine Nahrung mehr zu sich und sind demnach reine Vermehrungsstadien. Sie wandern von April bis Juni in die Oberläufe von Bächen und Flüssen, wo die Weibchen an seichten Stellen auf kiesigem Grund an der Unterseite von Steinen ablaichen. Danach sterben die Elterntiere. Gefährdung und Schutz NATURA 2000-Schutzart Das Bachneunauge ist in Österreich sehr selten geworden, aber aufgrund des geringen Kenntnisstandes über diese Art ist der Gefährdungsgrad nicht bekannt. Als Ursache für den Rückgang wird die Verschmutzung der Gewässer, vor allem aber die Verbauung der Fließgewässer und Begradigungen angesehen, die die von den Bachneunaugen bevorzugte Strukturvielfalt verringerte und Wandermöglichkeiten unterbrach. Erforderlich sind vor allem Verbesserungen der Gewässerstruktur und der Gewässerqualität. Laichgebiete sollten vor Eingriffen in die Sohl- und Uferstruktur geschützt werden, Wandermöglichkeiten erhalten und notfalls wieder hergestellt werden. Schutzmaßnahmen sind Flussaufweitungen, Erhaltung naturnaher Fließstrecken durch Verzicht auf Verbau, Sicherstellung von Gewässergüteklasse I und II. Monitoring, Kartierungen und Schutzbeobachtungen sind notwendig, um endgültig derzeitige Verbreitung feststellen und einer Gefährdung sofort entgegenwirken zu können. Zusammengestellt von: Daniela Friesacher und Johannes Gepp |
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Literaturhinweise Natura 2000 EU-geschützte Pflanzen- und Tierarten in der Steiermark.. Im Auftrag der FA13C-Naturschutz hrsg. vom Institut für Naturschutz & Landschaftsökologie, Steiermark 2004. HÖPFLINGER, SCHLIEFSTEINER (1995): Naturführer Österreichs Flora und Fauna. Styria, Graz. ELLMAUER (2005): Entwicklung von Kriterien, Indikatoren und Schwellenwerten zur Beurteilung des Erhaltungszustandes der Natura 2000-Schutzgüter http://www.verwaltung.steiermark.at MÜLLER-KROEHLING et al. (2005): Artenhandbuch der für den Wald relevanten Tier- und Pflanzenarten des Anhanges II der Flora-Fauna-Habitat - Richtlinie und des Anhanges I der Vogelschutz-Richtlinie in Bayern. http://www.lwf.bayern.de |
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