überLEBEN Gemeine Florfliege

Beschreibung
Die Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea) gehört zur Ordnung der Echten Netzflügler (Neuroptera). Die zartbeflügelten Tiere haben einen etwa 1,5 cm langen stabförmigen Körper, die Flügelspannweite beträgt 3 cm, die Fühler sind etwa körperlang. Auffallend sind die vorstehenden goldglänzenden, halbkugeligen Augen, weshalb die Florfliegen auch Goldaugen genannt werden. Die Flügelmembran ist schillernd durchsichtig, die Flügeladern sind netzartig verzweigt. Über den Sommer sind der Körper und ihre Flügel grün gefärbt, überwinternd von Herbst bis zum Frühjahr ist ihre Grundfarbe gelblich.

Verbreitung und Lebensraum
In Österreich gibt es weitere 30 Florfliegen-Arten, durch den Klimawandel neuerdings auch die Mittelmeerflorfliege. Die Netzflügler-Ordnung der Florfliegen (Chrysopidae) ist weltweit mit vermuteten 1500 Arten von den Wüsten bis in die Gebirge verbreitet. In Mitteleuropa leben sie vor allem in Wäldern, Gärten und Parks. Im Winter findet man bei uns eine kleine spezielle Artengruppe - darunter die Gemeine Florfliege - auf Dachböden oder in Räumen, wo sie überwintern. Die meisten anderen Arten überwintern jedoch in Larvenstadien.

Lebensweise
Florfliegen werden abends vom Lampenlicht angezogen und kommen deshalb in Wohnungen geflogen. Nachts kann man sie an warmen Abenden mitunter in Massen an beleuchteten Schaufensterscheiben entdecken. Tagsüber halten sie sich an schattigen Stellen auf Bäumen und im Gebüsch versteckt.

Im Frühjahr ist für die Gemeinen Florfliegen Paarungszeit. Die Weibchen legen danach ihre mit je einem Seidenfaden gestielten Eier auf Pflanzen ab. Die Larven der Florfliegen ernähren sich hauptsächlich von Blattläusen und werden daher auch Blattlauslöwen genannt. Sie besitzen 2 kräftige Saug-Zangen, mit denen sie die Blattläuse festhalten, um sie auszusaugen. Eine Larve erbeutet pro Tag etwa zehn Blattläuse. Die Larven einiger Arten tarnen sich mit leeren Blattlaushüllen oder Rindenstückchen vor natürlichen Feinden. Die Larven verpuppen sich in weißlichen Kokons. Der Entwicklungszyklus der unterschiedlichen Florfliegenarten dauert mehrere Wochen bis ein Jahr.

Interessantes und Hinweise
Die Florfliegen gehören zu den wichtigsten Regulatoren von Blattlausbeständen. Die Gemeine Florfliege wird daher in Gewächshäusern zur natürlichen Blattlausbekämpfung eingesetzt. Man kann Schachteln mit hunderten Gemeinen Florfliegen kaufen, die in Glashäusern frei gelassen Eier legen. Die erwachsenen Florfliegen ernähren sich von Honigtau, manche Arten auch von kleinen Insekten. Die Florfliegenlarven die "Blattlauslöwen" - sind also hochspezialisierte "Schädlingsbekämpfer" und setzen den Blattläusen stark zu: Dabei werden Blattläuse, Milben und Eier von Schmetterlingen bevorzugt. Ein Florfliegenweibchen legt bis zu 350 Eier, meist an Stellen, wo sich Blattlauskolonien gebildet haben. Jede daraus schlüpfende Larve vertilgt ca. 450 Blattläuse, 500 Schmetterlingseier oder 12.000 Milbeneier. Alle Nachkommen einer Florfliege verzehren insgesamt 157.500 Blattläuse oder gar 4.200.000 Milbeneier, vorausgesetzt, sie werden nicht von ihren eigenen Feinden wieder dezimiert...

Gefährdung und Schutz
Die Mehrzahl der heimischen Florfliegenarten ist häufig, rund ein Dutzend allerdings in den Roten Listen gefährdeter Arten. Dennoch wurde die Gemeine Florfliege 1999 zum "Insekt des Jahres" gewählt. Damit wollte man auf die Nützlichkeit eines unscheinbaren Insekts aufmerksam machen.

Die größte Gefahr für die in Intensivkulturen nützlichen Florfliegen-Larven geht vom Menschen aus. Durch die unspezifische chemische Bekämpfung von Blattläusen, Milben oder Raupen wurden auch sie mitvergiftet. Daher werden neuerdings Insektizide nach ihrer Verträglichkeit für Florfliegen getestet. Freigegeben sollten nur jene Insektenbekämpfungsmittel werden, die florfliegenfreundlich sind.

Und was kann ich für Florfliegen tun? Die Gemeine Florfliege selbst überwintert ab Oktober auch auf Dachböden, in Scheunen und in Wohnungen. Erwachen sie in unseren Zimmern und Dächern im Frühjahr, öffnen wir die Fenster auch der Dachböden und lassen sie ungehindert ins Freie....!


Text: Christine Pühringer


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Florfliege © Archiv












Florfliegen-Eier © Gepp











Blattlauslöwe © Gepp











getarnte Florfliegenlarve © Gepp
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Literaturhinweis:

Wachmann E. und Saure C., 1997, Netzflügler, Schlamm- und Kamelhalsfliegen. - Naturbuch Verlag Augsburg.




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