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Frühlingslichtblume (Colchicum vernum) Die Frühlingslichtblume, eine Verwandte der Herbstzeitlose, blüht bereits im zeitigen Frühjahr, wenn alle anderen Blumen noch im tiefen Winterschlaf stecken. Nur noch an einem einzigen Standort konnte der zarte Frühlingsbote bei uns überLEBEN, nicht zuletzt auch dank des NATURSCHUTZBUNDes, der das Areal in Kärnten zu ihrem Schutz angekauft hat. Lebensraum und Verbreitung Die Frühlingslichtblume ist eine Gebirgspflanze. Sie braucht sommertrockene, im Frühling von Schmelzwasser durchnässte, sandige Böden. In Österreich kommt sie nur noch im Süden an einem einzigen Standort, einem Steilhang der Gerlitzen, vor. Diese Kärntner Population ist die einzige in den Ostalpen. Die großen Vorkommen liegen in den südwestlichen Alpen (im Schweizer Wallis) und einem ungarisch-rumänisch-südrussischen Teilgebiet, beginnend im Raum Debrecen / Szeged in Ostungarn. Ähnliche Arten Die Frühlingslichtblume ist mit der Herbstzeitlose verwandt, blüht aber im Frühjahr. Auf den ersten Blick hat sie Ähnlichkeit mit einem Krokus. Aber ihre rosa-lavendelfarbenen Blütenblätter sind höher, größer, biegen sich beim Öffnen weit zurück und die Laubblätter sind viel breiter als bei Krokussen. Beschreibung Die Frühlingslichtblume ist ein Liliengewächs mit der für diese Pflanzengruppe typischen Zwiebel. Sie wird 5 bis 15 cm hoch und hat zwei bis drei grundständige, dunkelgrüne, lanzettliche Blätter, die gleichzeitig mit den lila-rosa oder seltener weiß gefärbten krokusartigen Blüten erscheinen. Die Blüten besitzen sechs Kronblätter, die im oberen Teil ca. fünf cm lang sind und sich nach unten zu einer nicht verwachsenen Röhre vereinigen. Die Blüte selbst trägt sechs Staubblätter, im Gegensatz zum Krokus, der nur drei hat. Lebensweise Jahr für Jahr in der Zeit von Anfang Februar bis Ende April - je nach Witterung - erblühen die Lichtblumen und läuten damit gewissermaßen den Bergfrühling ein. Schon wenige Sonnentage genügen, um sie zum Blühen zu bringen. Die Blütezeit beginnt, bevor die mittlere Tagestemperatur 10 º C erreicht. Bis zu drei Wochen kann das Schauspiel dauern, denn aus einer Zwiebel kommen bis zu drei Blüten. Die Frühlingsboten mögen ein raues Gebirgsklima und mit Schmelzwasser durchtränkte Matten. Die Samen reifen im späten Frühling bis Sommer, sie müssen in geeignete Felsspalten oder Grasbänder fallen, um keimen und wachsen zu können. Wissenswertes und Hinweise Die Frühlingslichtblume, auch Lichtmessblume genannt, wird in ihrer Zierform gerne auch in Steingärten gepflanzt, weil sie als eine der ersten im zeitigen Frühjahr Farbe in den Garten bringt. "Frei lebend" wurde sie bei uns in der Nähe von Villach 1911 erstmals entdeckt. Hier befindet sich das einzige Vorkommen im ostalpinen Bereich. Die Population war aber zunehmend bedroht: Vor allem unvernünftige Menschen dezimierten den Bestand durch Pflücken oder Ausgraben. Eine vergängliche Augenweide, denn der zarte Frühlingsbote ist eng an definierte Standortbedingungen angepasst. Gefährdung und Schutz Die Frühlingslichtblume ist bei uns schon alleine dadurch, dass sie auf einen einzigen Standort in der Nähe von Villach beschränkt ist, als stark gefährdet einzustufen. Verschwindet diese Standort, erlischt ihr Vorkommen für ganz Österreich. Heute bedrohen vor allem der Schatten hoher Fichten und leider auch noch immer "sammelnde Pflanzenfreunde" die botanische Kostbarkeit. Deshalb hat der NATURSCHUTZBUND Kärnten das Areal erworben und eine entsprechende Betreuung übernommen. Der Ankauf der rund 2 ha großen Fläche, das teilweise Entfernen von Fichten sowie der Schutz des Bereiches durch natürliche Abzäunung und teilweises Betretungsverbot haben diese botanischen Kostbarkeit dauerhaft gesichert. Inzwischen ist das Felsband auf der Sonnenseite der Gerlitzen auch zum Naturdenkmal erklärt worden. Steckbrief |
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Literatur SCHARFETTER, R. (1911): Bulbocodium vernum L., neu für die Flora der Ostalpen. Österr. Bot. Z. 61. GILLI, A. (1953): Die Ursachen des Reliktcharakters von Colchicum Bulbodicum Ker-Gawler (Bulbodicum vernum L.) in den Ostalpen. - Carinthia //, 143: 26-40 PEHR, F. (1936): Floristisches vom Standort der Frühlingslichtblume (Bzobocodium vernum L.) in Kärnten. - Carinthia II, 126 (46): 28-36. WIDDER, F., MAIER, R. und G. (1974): Bulbocodium vernum L in Kärnten II: Das Kleinklima sowie Untersuchungen zum Wasserhaushalt und der Temperaturresistenz in der Vegetation des Lichtblumen-Standortes. - Carinthia II, 164./84.Jg.: 259-286 |
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