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Warum ist das GRÜNE BAND so wichtig?

Das GRÜNE BAND ist ein unersetzbares und in seiner Dimension einzigartiges Biotopverbundsystem in unserer Kulturlandschaft. Sein besonderer Wert liegt darin, dass es (noch) ein verwobenes und ganzheitlich funktionierendes Ökosystem verschiedenster Lebensräume ist.

 

Naturpark Raab-Oerseg-Goricko, Foto: Thomas Böhm
Da Lebensraumzerschneidung eine der Hauptursachen für das Artensterben und den Verlust der biologischen Vielfalt ist, muss der Verkleinerung und Isolation intakter Naturgebiete unbedingt entgegengewirkt werden. Und als "ökologisches Rückgrat" ist das GRÜNE BAND der ideale Anknüpfungspunkt für die (Wieder-)Vernetzung von Naturräumen.

 

 

 

 

GRÜNES BAND EUROPA - Ein ehrgeiziger Plan

 

Mit der Wandlung vom Todesstreifen zur Lebenslinie ist das GRÜNE BAND ein lebendiges Denkmal europäischer Geschichte, ein Mahnmal wider das Vergessen. Und zugleich eine Chance für die Zukunft. Denn gerade weil sich viele wertvolle Gebiete beiderseits der Grenze fortsetzen, ist hier eine grenzübergreifende Kooperation besonders wichtig. Vor allem im Zusammenhang mit der Erweiterung der EU am 1. Mai 2004 hat die Umsetzung gemeinsamer Naturschutzziele als Beitrag zur Überwindung der historischen Trennung Europas an Bedeutung gewonnen.

 

Begonnen hat alles im Jahre 1989, als engagierte Naturschützer der damaligen BRD und DDR sich vehement dafür einsetzten, das "neu" entstandene Natur-Refugium entlang der deutsch-deutschen Grenze nachhaltig zu sichern. Heute steht das GRÜNE BAND in Deutschland unter Schutz, ist 1.393 km lang und umfasst eine Fläche von etwa 177 km2. 150 Naturschutzgebiete liegen an oder im GRÜNEN BAND (28% der Fläche).

 

Stetiges hohes Medieninteresse und große gesellschaftliche Akzeptanz in der Bevölkerung waren letztendlich auch dafür verantwortlich, dass sich nicht nur die Gemeinden sondern auch die deutsche Landes- wie Bundesregierung  voll und ganz hinter die Idee des GRÜNEN BANDES stellten.

 

Ermutigt von diesem Erfolg soll der kostbare Lebensraum entlang des ehemaligen "Eisernen Vorhangs" nun in ganz Europa geschützt und bewahrt werden.

 

Eine Kette aus Naturoasen, bestehenden und geplanten Nationalparks und neu zu schaffenden Naturparks soll entstehen, ein Natur-schützendes und Europa-verbindendes Band von Murmansk am Eismeer bis Burgas am Schwarzen Meer. Dass Michail Gorbatschow, ehemaliger sowjetischer Staatschef, die Schirmherrschaft für das GRÜNE BAND EUROPA übernommen hat, unterstreicht die große Bedeutung für den Naturschutz als Symbol der Vereinigung zwischen West und Ost.

 

 

Der Lebensraum GRÜNES BAND


 

Wie an einer Perlenkette reihen sich im GRÜNEN BAND einmalige Biotope aneinander, Oasen der Artenvielfalt, die vielen Kulturflüchtern wie Braunkehlchen oder Schwarzstorch Rückzugsraum in unserer oft ausgeräumten Kulturlandschaft bieten. Schrittweise entstand so ein buntes Mosaik vielfältigster Lebensräume. Alleine entlang des GRÜNEN BANDES in Deutschland zählten Biologen 109 unterschiedliche Biotop-Typen!

 

Sperlingskauz, Foto: Josef Limberger
Das GRÜNE BAND funktioniert auch als Wildtierkorridor. Einer "Grünbrücke" gleich wird Großsäugern wie Luchs, Bär, Elch oder Wolf die Wanderung über Grenzen hinweg ermöglicht und so deren Ausbreitung in neue Lebensräume unterstützt. Das ist besonders wichtig, weil die Aufrechterhaltung einer funktionierenden Tierpopulation mit einer gewissen Mindestanzahl an Individuen verbunden ist. Projekte, wie jenes der önj Haslach, die sich schon seit Jahren um die dauerhafte Rückkehr des Luchses ins Mühlviertel bemüht, belegen dies eindrucksvoll.

 

Und nicht zuletzt ist das GRÜNE BAND auch ein Wind- und Erosionshemmer. Während andernorts für die Neubepflanzung von Heckensystemen in erosionsanfälliger Ackerlandschaft viel Geld investiert werden muss, wirkt das GRÜNE BAND als "natürlicher Befestiger" des Bodens. Damit wird nicht nur dem Abtrag durch Wind und Wasser vorgebeugt, sondern in seiner Funktion als Windbarriere fördert das GRÜNE BAND auch den ausgeglichenen Temperatur- und Feuchtigkeitshaushalt in seiner Umgebung.

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