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NATURSCHUTZBUND Österreich - wir setzen uns ein für das Grüne Band!

Der militärische Übungsplatz Boletice
Tschechien (Böhmerwald/Sumava) - Österreich

Der militärische Übungsplatz Boletice rückte im Zusammenhang mit der Ausweisung von NATURA 2000-Gebieten gemäss der europäischen Vogelrichtlinie (79/409) sowie der europäischen Richtlinie zur Erhaltung natürlicher Lebensräume (92/43) in den Vordergrund allgemeinen Interesses.

Die militärische Nutzung dieses Raumes hat paradoxerweise den Schutz von bedrohten Biotopen und ihren Lebewesen ermöglicht, was auch kürzlich durch offizielle Untersuchungen bestätigt wurde. Das Gebiet um den militärischen Übungsplatz Boletice gehört unter Gesichtspunkten des Naturschutzes zu einem der wertvollsten Gebiete in Tschechien. Für eine Reihe von Arten erfüllt es die anspruchsvollen Bedingungen der Vogelschutzrichtlinie: für das Haselhuhn (Bonasa bonasia), den Wachelkönig (Crex crex), den Sperling (Glaucidium passerinum), den Dreizehenspecht (Picoides tridactylus) und die Heidelerche (Lullula arborea) und wurde somit als offizielles Vogelschutzgebiet für die genannten Arten vorgeschlagen.

Gleichzeitig soll das Gebiet zum europäischen Schutzgebiet "proposed sites of community importance" vorgeschlagen werden. Hierbei ginge es hauptsächlich um den Schutz der Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) und ihren Lebensraum, zu dem die gesamten Fluss- und Quellengebiet in dem entsprechenden Areal gehören. Hier geht es um das Flussgebiet Blanice, das Bachgebiet"Zlaý potok", und das Quellengebiet des "Kremzský potok".

Bei der bisherigen militärischen Nutzung des Gebietes konnten die meisten Arten dieser zukünftigen Schutzgebiete gut überleben, was sich allerdings angesichts geplanter Großskiprojekte und andere Tourismuseinrichtungen in naher Zukunft ändern könnte. Das tschechische Verteidigungsministerium erklärt wiederholt Interesse an der Nutzung dieses Gebietes, gleichzeitig besteht allerdings von anderer Seite (z.B. von potentiellen Investoren) großes Interesse daran, den Militärübungsplatz zu verkleinern oder gar aufzuheben.


Eiserner Vorhang © Uebl

Eiserner Vorhang

Plöckensteinsee und Urwald im Dreiländereck ("Trojmezná")
Dreiländereck Tschechien - Österreich - Deutschland (Bayern)

Zu den Naturperlen in den Nationalparken Sumava und Bayerischer Wald gehören auch 8 Gletscherseen, von denen sich 5 auf tschechischer Seite befinden: der See "Luka", "prasilské jezero" und der Plöckensteinsee auf Nationalpark-Gebiet sowie der Schwarze See und der Teufelssee im Landschaftsschutzgebiet Sumava.

Der See erstreckt sich in einer Höhe von 1089 m über dem Meeresspiegel ca. 17 km von der Stadt Volary entfernt am Hang des höchsten Berges von Sumava, dem Plöcken (1378 m).

Der See hat eine elliptische Form und ist 540 m lang, 450 m breit und hat eine max. Tiefe von 18,3 m. Aus dem See entspringt der Bach Jezerní Potok ("Seebach"), der bei Zelnava in die Moldau mündet. Etwa 200 m vom Seedamm aus breitet sich ein steinernes Meer vom Gletscherursprung mit einem Ausmaß von 6 ha aus. Über dem Wasserspiegel ragt der Felsen Jezerní stena (Seewand) empor, der etwa 330 m hoch ist.

Um den Plöckensteinsee herum befindet sich noch der letzte ursprüngliche Fichtenhochwald in Tschechien - der bekannte Urwald im Dreiländereck (Trojmezenský prales). Er erstreckt sich entlang des Dreisessel ("Tristolicník") (1302 m) entlang des Plöckens an den Hängen des Bergkamms, der die Staatsgrenze zwischen Österreich, Tschechien und Deutschland bildet. Er besteht vorwiegend aus Bergfichtenwald mit Vogelbeere, an einigen Stellen finden wir auch Krummholz auf Geröll verankert und "feuchte" Fichtenwälder. Bei den älteren der hier vorkommenden Bäumen wurde ein Alter von 300 Jahren festgestellt. Aufgrund ihres sehr langsamen Wachstums können die hier vorkommenden Fichten allerdings auch ein noch höheres Alter erreicht haben. Im Jahre 1864 wurde hier z.B. eine 1170 (!) alte gesunde Fichte identifiziert. Die Fichten auf dem Bergkamm erreichen lediglich eine Höhe von ca. 5-10 m.

Der Wald in den unteren Hanglagen (in die zweite Zone des Nationalparks eingegliedert) ist leider abgeholzt worden. Der Übergang vom ursprünglichen Bergmischwald zum Tannenbuchenkiefernwald ist daher im Dreiländereckurwald leider nicht erhalten geblieben. Einen geringen Buchen- und Tannenanteil finden wir lediglich am Plöckensteinsee selber. Das einzige Überbleibsel ursprünglicher Waldvegetationsübergänge finden wir in dem kleineren Urwaldfragment im angrenzenden Hochficht auf österreichischer Seite.

Das Ökosystem des ursprünglichen Hochwaldes, Gletschers und Steinenmeer "Dreiländereck" ist innerhalb der ersten Zone (Kernzone) des Sumava-Nationalparks auf einer Fläche von 599 ha geschützt. Das Kernstück dieses Gebietes wurde bereits im Jahre 1933 als eines der ersten Naturreservate Tschechiens unter Schutz gestellt. Es beinhaltet viele seltene Tierarten wie z.B. den Luchs (Lynx lynx), Habichtskauz (Strix uralensis), Rauhfusskauz (Aegolius funereus), Dreizehenspecht (Picoides tridactylus), Sperlingkauz (Glaucidium passerinum) und das Auerhuhn (Tetrao urogallus).

Das Gebiet des Urwaldes im Dreiländereck ist somit nicht nur Treffpunkt dreier Länder sonder ein einzigartiges Refugium ursprünglicher Wälder und Tierarten. Es ist die Pflicht der drei Länder, das Überleben dieser kostbaren Lebensräume und der darin lebenden Lebewesen zu gewähren.

Eine ernste Bedrohung für dieses Gebiet stellt allerdings die geplante Errichtung eines Skiareals an den Nachbarhängen "Smrcina" (angrenzend an die österreichische Hochficht) und "Hranicník". Dem Urwald schadet auch das Fällen vom Borkenkäfer befallene Bäume, welches einen Eingriff in den natürlichen Lebensprozess des Waldes darstellt und Kahlschläge verursacht. Der grösste Kahlschlag innerhalb des Urwaldes konnte 1999 durch eine gewaltlose Blockade organisiert von Hnuti DUHA (Friends of the Earth Czech Republic) und anderen Umweltorganisationen verhindert werden. Dank dieser Blockade hat die tschechische Nationalparkverwaltung und das tschechische Umweltministerium letztendlich vom Fällen im Grossteil dieses Gebiets abgelassen. Der Forstverwalter des österreichischen Klosters Schlägel sowie der oberösterreichische Heitmann haben die tschechische Seite allerdings zum Fortfahren der Abholzung im Dreiländereck-Urwaldgebiet nahe der österreichischen Grenze veranlasst.


Luchs © Limberger

Der Luchs - im Dreiländereck zu Hause

NATURA 2000- und Vogelschutzgebiet Maltsch
Österreich (Oberösterreich) - Tschechien

Die Pressefahrt zum "Grünen Band Europa" macht auf ihrem Weg von Bayern nach Kärnten auch in Oberösterreich Station. Auf dem Programm steht ein Besuch des Natura 2000- und Vogelschutzgebiets Maltsch. Dieses erstreckt sich entlang des gleichnamigen Flusses zwischen den Ortschaften Hacklbrunn bei Sandl und der Einmündung des Eisenhuterbaches bei Leopoldschlag. Als Schutzgebiet gilt der Flusslauf selbst und seine unterschiedlich breiten Uferbegleitflächen. Das morphologisch über weite Strecken intakte Fließgewässer selbst, das Vorkommen von Flussperlmuschel und Fischotter, die Lebensräume bedrohter Vogelarten nach der EU-Vogelschutzrichtlinie wie Wachtelkönig, Birkhuhn, Haselhuhn, Neuntöter, Schwarzspecht und andere sowie die begleitenden Bürstlingsrasen und Feuchtwiesen sind die herausragendsten Schutzgüter. An ihren Lebensraumansprüchen orientiert sich die Abgrenzung des 530 Hektar großen Gebiets.

Darüber hinaus finden sich eine ganze Reihe naturkundlicher Besonderheiten an der Maltsch. In einigen Überschwemmungswiesen brütet noch regelmäßig die Bekassine, die sich den Lebensraum mit bedrohten Schmetterlings- und Libellenarten teilt. Ein ornithologisches Juwel stellt der europaweit gefährdete Wachtelkönig dar. In den letzten Frühjahren konnten immer wieder einige rufende Wachtelkönig-Männchen wahrgenommen werden, die Teil einer regionalen Population im oberösterreichischen Freiwaldgebiet sind. Entscheidendes für den Schutz dieser seltenen Art kann Oberösterreich derzeit wohl nur in diesem Gebiet leisten.

Durch Pacht der Fischereirechte im Maltsch-Abschnitt zwischen Mardersbach und Eisenhuterbach konnte die Voraussetzung geschaffen werden, Flussperlmuschel- und Fischotterschutz abseits fischereiwirtschaftlicher Sachzwänge entwickeln zu können. Im Rahmen des Intereg II-Projekts Grevolato wurde seitens des World Wide Fund bereits wertvolle Arbeit geleistet, die Ziele des Naturschutzes im Bewusstsein der Verantwortlichen in den Gemeinden besser zu verankern. Hier knüpft auch die Idee des "Grünen Bands" an, wenn es darum geht, den Gemeinden Vorschläge zu unterbreiten, wie die lokalen Naturschutzziele besser mit jenen der Landschaftserhaltung und des sanften Tourismus verknüpft werden können. Gemeinsam mit Naturschutzprojekten im angrenzenden tschechischen Gebiet soll der Schutz der Maltsch samt vieler begleitender Projekte und Maßnahmen, die der Bevölkerung vor Ort dienen, ein Paradebeispiel dafür werden, wie das Zusammenwachsen einer jahrzehntelang getrennten Region nach eigenen Kräften positiv gestaltet werden kann.


Balzender Birkhahn © H. Pum

Balzender Birkhahn


nach oben Naturschutzgebiet Lainsitzniederung
Österreich (Niederösterreich) - Tschechien

Nach 14 Jahren intensiver Bemühungen seitens der NÖ Naturschutzabteilung, der NÖ Agrarbezirksbehörde und engagierten Naturschützern vor Ort war es im Sommer 2000 so weit. Durch die Verordnung vom 21.07.2000 wurde die Lainsitzniederung zwischen Gmünd und der tschechischen Staatsgrenze zum Naturschutzgebiet erklärt.

Der 7 km lange Lainsitzabschnitt zählt laut der Initiative "Lebende Flüsse" zu den wertvollsten Flussstrecken Österreichs. In dem bis zu 200 Meter breiten und teilweise 9 Meter tiefen Talboden kann die Lainsitz ungehindert und frei mäandrieren. Bei den zahlreich auftretenden Hochwässern ist oftmals die gesamte Niederung für längere Zeit überschwemmt. Der unter Schutz gestellte Abschnitt ist immer noch von enormen Gewässermorphologischen Umgestaltungen betroffen. Riesige, erst vor kurzem abgeschnittene Flußschlingen zeugen von der uneingeschränkten Dynamik dieses Fließgewässerabschnittes.

Verschiedenste Lebensräume wie Altarme, Tümpel, Auwaldreste, Hochstaudenflure und extensiv genutzte, artenreiche, feuchte sowie trockene Mähwiesen prägen das Gebiet. Diese besonders hohe Standort- und Strukturvielfalt ergibt sich aus der natürlichen Dynamik dieser Wildflusslandschaft sowie durch die ursprüngliche, mosaikartige und meist extensive Wiesenbewirtschaftung. Die Reste der ehemals ausgedehnten Auenlandschaft nördlich von Gmünd sind der größte naturnah erhaltene Mäanderabschnitt aller Mittelgebirgsflüsse Niederösterreichs. An der Lainsitz befindet sich die letzte große Auwiesenniederung des Waldviertels. Aus der Vielfalt verschiedenster Lebensraumtypen ergibt sich die große Anzahl gefährdeter Tier-(Fischotter, Wachtelkönig, Heller und Dunkler Ameisenbläuling, Sumpfschrecke, Grüne Keiljungfer u.a.) und Pflanzenarten (Knäuel-Simse, Heide-Nelke, Fadensimse, Teufelsabbiß, Moor-Labkraut u.a.).
D
as Lainsitztal ist eine wichtige Fläche des nominierten Natura-2000 Gebiets "Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft" sowie des RAMSAR-Gebietes "Teich-, Moor- und Flusslandschaft Waldviertel".

Ein Teil der Gebietsfläche wird von acht Lebensraumtypen (drei davon prioritär) des Anhang I der FFH-Richtlinie eingenommen. Ferner ist das Lainsitztal Lebensraum für zehn Tierarten der FFH-Anhänge II bzw. IV sowie sechs Anhang I - Arten der Vogelschutzrichtlinie (VSRL). Dementsprechend wurden die Lainsitzwiesen bereits 1995 als Teilgebiet des Important Bird Area (IBA) "Waldviertler Teiche" ausgewiesen.

Durch die Unterschutzstellung dieses einzigartigen Gebiets ist ein entscheidender Schritt zur nachhaltigen Sicherung der Wildfluß- und Auenlandschaft sowie die Erhaltung der durch extensive Wiesenbewirtschaftung geprägten Kulturlandschaftselemente gesetzt worden.


Fischotter © Hofrichter

Hier fühlt sich auch der Fischotter wohl
Biosphärenresrvat und Ramsargebiet Trebon
Tschechien - Österreich (Waldviertel)

- Fläche: 700 km2
- Höhe über dem Meeresspiegel: 410 m (Veselí nad Luzicí) - 550 (Homolky)
- 1979 durch einen Bescheid des tschechischen Kulturministeriums zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.
- Waldfläche: 42%
- Umschliesst die tschechischen Kreise: Jindrichuv Hradec, Tábor, Ceské Budejovice

Bereits im Jahre 1977 wurde das Gebiet um die Treboner Fischteiche zu einem Biosphärenreservat der UNESCO erklärt.

Seit 1990 sind seine Feucht- und Sumpfgebiete im Rahmen der Ramsarkonvention unter dem Namen "Treboner Teiche" geschützt, seit 1993 auch Teile seines Torfgebiets. Das Naturschutzgebiet erstreckt sich in Form eines Beckens in einer Höhe von 410-550 Metern. Die ursprüngliche Sumpflandschaft wurde bis ins 12. Jahrhundert bewirtschaftet. Weitgehend unbeschädigt blieben bis heute einige Torfgebiete sowie einige Trockenbiotope.

Durch Eingriffe des Menschen - Teichgründungen sowie Wiesen- und Weidelandnutzung - sind neue Arten von Biotopen entstanden, die heutzutage ein unverwechselbares Mosaik verschiedener Lebensräume und eine hohe Biodiversität auf relativ kleiner Fläche bilden.

Ca. 400 Arten der bedrohten Flora Tschechiens sind in diesem Gebiet beheimatet, von denen 104 bedrohte Tierarten darstellen (34 kritisch bedroht, 34 stark und 35 bedroht). Das Gebiet zeichnet sich durch eine starke Fischotterpopulationen sowie große Lachsvorkommen aus.

Das Gebiet umfasst auch 29 kleine besonders geschützte Gebiete mit einer Gesamtfläche von 4030 Hektar, von denen das nationale Naturreservat "Stará reka" mit einer Fläche von 750 Hektar wohl das grösste ist. Das Gebiet ist in drei unterschiedliche Pflegestufen unterteilt. Am charakteristischsten für die Landschaft sind Wasserflächen (15 % der Fläche), besonders Fischteiche (465 auf einer Fläche von 7448 Hektar). Wälder nehmen 43 % der Fläche ein und landwirtschaftliche Nutzfläche ca. 30 %.

Das größte Problem in dieser Landschaft ist die großflächige Torf- und Schuttsandausbeutung. Weitere Probleme sind die intensive landwirtschaftliche Nutzung sowie die intensive Nutzung einiger Fischteiche. Die große Zufuhr von Nährstoffen und Futtermitteln sowie hohe Fischbesätze führen zu einer überdurchschnittlichen Eutrophierung der Gewässer, was das Aussterben bedrohter Pflanzen- und Tierarten zur Folge hat. Einige Lokalitäten sind auch durch intensive Freizeitnutzung in der Sommersaison belastet.


Treboner Teiche © Limberger

Besondere Schönheiten: Treboner Teiche

nach oben Inter-Nationalpark Thayatal-Podyji
Österreich (Niederösterreich) - Tschechien

An der Grenze zwischen West und Ost, zwischen Ebene und Hochland, hat ein Fluss seine eigene Welt erschaffen. Eine Welt, die noch intakt ist, in der die Natur sich ungestört entwickeln darf. Der Inter-Nationalpark Thayatal-Podyjí zwischen Österreich und Tschechien.

Bis zu 150 Meter tief hat sich die Thaya in den geologischen Formationen des Waldviertels eingetieft. Durch unterschiedliche Härte des Gesteins bildeten sich charakteristische Talmäander, die heute das Thayatal prägen. Entlang der Flussschleifen gibt es eine enge Verzahnung verschiedenster Lebensräume: Wiesen, Hangwälder, Trockenrasen und Felsen bieten Platz für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten wie z. B. Schwarzstorch, Smaragdeidechse, Gottesanbeterin, Uhu, Diptam oder Bunte Schwertlilie.

Die Unzugänglichkeit und die Randlage zu Tschechien verschonte das Tal weitgehend vor menschlichen Eingriffen. So konnte eines der schönsten Durchbruchstäler Europas in seiner Ursprünglichkeit bewahrt bleiben. Neben der beeindruckenden Naturlandschaft fasziniert die Nationalparkregion auch mit ihren Burgen und Ruinen und den Geschichten, die sich darum ranken.

Der Nationalpark Thayatal ist in der Tat ein Park der Grenzen. Er ist das Tor zwischen der milden, sanften Hügellandschaft des Weinviertels und dem rauen, ursprünglichen und mystisch-reizvollen Waldviertel. Er ist ein Teil der Region Retzer Land und Znaimer Land. Und er überwindet Grenzen. Denn die Natur ist beiderseits der Thaya in gleicher Weise wertvoll und schützenswert.

Zum effizienten Schutz der Natur ist grenzüberschreitende Zusammenarbeit notwendig. Schon vor Entstehen des Nationalparks Thayatal haben die Umweltminister beider Länder und der Landeshauptmann von Niederösterreich eine Deklaration zur Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg unterzeichnet. Dieser Vertrag ist die Grundlage für die künftige gemeinsame Entwicklung dieses wertvollen Naturraumes an der früher so strikten Grenze.

Zur Behandlung wichtiger Fragen von beiderseitigem Interesse gibt es eine bilaterale Kommission, die sich aus Vertretern der zuständigen Ministerien und Naturschutzabteilungen, der Nationalparkverwaltungen und der Beiräte zusammensetzt. Auch die Nationalparkdirektoren und die Mitarbeiter treffen sich mehrmals im Jahr um gemeinsame Projekte umzusetzen.


Thayatal © Uebl

Das Thayatal beim Überstieg

March-Thaya-Auen
Dreiländereck Tschechien - Österreich - Slowakei

Die March-Thaya-Auen zählen zu den bedeutendsten Feuchtgebieten Mitteleuropas. Sie bilden die fließende Grenze zwischen dem Weinviertel (A), Südmähren (CZ) und der Westslowakei (SK) und gelten heute mehr denn je als Bindeglied dreier benachbarter Staaten im Herzen Europas.

Gemeinsam mit den angrenzenden Donau-Auen stellen die March-Thaya-Auen einen einzigartigen Landschaftskomplex dar, der nicht nur unterschiedlichste Biotoptypen, sondern auch die Hauptstädte Wien und Bratislava verbindet. Diese außergewöhnliche Lage verleiht den March-Thaya-Auen neben der ökologischen Bedeutung auch heute noch eine besondere geschichtliche Stellung.

March und Thaya sind die einzigen Tieflandflüsse Österreichs. Gemeinsam bilden sie die größten linksufrigen Donau-Zubringer oberhalb der Theiß in Ungarn. Im österreichisch-slowakisch-tschechischen Grenzraum fließen March und Thaya langsam und stark gewunden, ihre Flussschlingen haben ein breites Band wertvoller Aulandschaft und ausgedehnter Überschwemmungsflächen geschaffen.

Neben der Kraft und Dynamik der Flüsse und dem pannonisch geprägten Klima hat auch der Mensch maßgeblich zur Entstehung der heutigen Landschaftsstrukturen beigetragen. Ausgedehnte Feuchtwiesen mit eingestreuten Kopfweiden und Buschgruppen prägten einst das Landschaftsbild, denn die weitausufernden Hochwässer an March und Thaya haben jahrhundertelang nur die Nutzung von Weiden oder Mähwiesen zugelassen.

Der Bau der Hochwasserschutzdämme brachte zum Teil massive Veränderungen. Mit der Aufgabe der Viehwirtschaft hat auch der Ackerbau Einzug in die March-Thaya-Auen gehalten. Heute präsentieren sich die March-Thaya-Auen als außergewöhnliches Landschaftsmosaik in dem die menschliche Nutzung ebenso ihren Platz haben muss, wie Natur- und Landschaftsschutzgebiete.

Das schmale Band der Aulandschaft der March-Thaya-Auen stellt gemeinsam mit den Gebieten des angrenzenden Nationalparks Donau-Auen einen großräumigen Biotopverbund dar.

Der Großteil der Wälder der March-Thaya-Auen besteht aus Quirleschen-Stieleichen-Auen, einem besonderem pannonischen Typ der sogenannten Harten Au. Die Harte Au ist vor allem im oberen Abschnitt der March-Thaya-Auen der häufigste Waldtyp.

Große Teile der Wälder wurden bereits mit der ersten Besiedlung durch den Menschen gerodet bzw. parkartig aufgelichtet und in Wiesen und Viehweiden umgewandelt. Viehwirtschaft und die damit verbundene Wiesennutzung galt für Jahrtausende als flächenmäßig bedeutendste Landnutzung. Trotz der Aufgabe der Viehwirtschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beherbergen die March-Thaya-Auen nach wie vor die wertvollsten Komplexe von Überschwemmungswiesen in Österreich, Tschechien und der Slowakei. Auch hier dominieren pannonische Gesellschaften - die Brenndoldenwiesen mit einer Reihe seltener Pflanzenarten. Daneben existieren in enger Verzahnung zahlreiche Sondergesellschaften von Feuchtwiesen und Salzwiesen bis zu Halbtrocken- und Sandrasen.

Die bewegte Geschichte der March-Thaya-Auen mit wiederholten natürlichen Verlegungen der Flussläufe sowie die Entwicklung der Neuzeit mit Regulierungen und Schotterabbau führten zu einer Fülle unterschiedlicher Gewässer. 2200 Hektar des Gebietes sind permanent durch Wasser bedeckt, auf die beiden Flussläufe entfallen dabei lediglich 813 Hektar. Natürliche Augewässer wie reliktäre Mäander, langgestreckte Altbette, Seiten- und Nebenarme der Flüsse und nicht zuletzt temporäre Gewässer sind vorzufinden. Die Regulierung der Flüsse im Laufe des 20. Jahrhunderts stellt den sicher schwerwiegendsten Eingriff in die Ökologie der March-Thaya-Auen dar. Die Reichweite und Dynamik der Flüsse wurde massiv eingeschränkt und verlangt heute nach umfangreichen Gegenmaßnahmen. Dennoch sorgen die zahlreichen Gewässer unterschiedlichster Ausprägung auch heute für eine beeindruckende Vielzahl unterschiedlichster Strukturen, darunter reichhaltige Sumpf- und Verlandungsvegetation.

In den Jahren 1800 bis 1999 konnten in den March-Thaya-Auen insgesamt 292 Vogelarten nachgewiesen werden. Heute nutzen 150 Vogelarten die March-Thaya-Auen als Brutgebiet. Für alle drei Anrainerstaaten stellen die March-Thaya-Auen nationale Schlüsselgebiete des Vogelschutzes mit außergewöhnlichen Vorkommen dar. Dazu zählt beispielsweise auch die baumbrütende Storchenkolonie in Marchegg. 116 Vogelarten besuchen die March-Thaya-Auen während des Durchzuges oder im Winter und unterstreichen damit die europaweite Bedeutung dieser Region als Rast- und Überwinterungsgebiet. Von Gewässern unterschiedlichster Art bis zu Trockenstandorten auf Sandböden, Dammkörpern oder Bahndämmen bieten die March-Thaya-Auen annähernd jeden für Lurch- und Kriechtiere wichtigen Lebensraum. Daher kommen hier auch mehr als die Hälfte aller in Österreich lebender Amphibien- und Reptilienarten vor. Der Kleine Wasserfrosch, die Zauneidechse und die Ringelnatter zählen hier zu den häufigsten Bewohnern dieser Tiergruppen. Eher selten sind Wassermolche, Knoblauch-, Erd- und Wechselkröten, sowie Blindschleichen, Schlingnattern oder auch die Europäische Sumpfschildkröte anzutreffen. Die March-Thaya-Auen sind eines der letzten europäischen Refugien der "Urzeitkrebse". Als Vertreter der mehrere hundert Millionen Jahre alten Krebsgruppe der Branchiopoden gelten die Urzeitkrebse auch als lebende Fossilien. Sie sind auf Gewässer, die hinsichtlich ihrer Lebewelt und Umweltbedingungen starke Schwankungen aufweisen, also auf sogenannte astatische Gewässer, angewiesen. Die noch weitgehend intakte Überflutungsdynamik der March und die hydrologische Einzigartigkeit des unteren Marchabschnittes ermöglichen das Überleben der Urzeitkrebse sofern die Zerstörung ihrer Biotope, unscheinbarer kurzlebiger Gewässer, durch intensive Landwirtschaft, Verbauung oder Flussregulierung unterbleibt. Besondere Bedeutung besitzen die March-Thaya-Auen für Säugetiere, die im Grenzbereich zwischen Wasser und Land leben, da optimale Bedingungen für diese "semi-aquatische" Lebensweise in Mitteleuropa selten sind. Neben Fischotter und Wasserspitzmaus ist hier vor allem der Biber zu nennen, der nach seiner Ausrottung im vorigen Jahrhundert wieder erfolgreich angesiedelt wurde. Für wandernde Großsäugerarten dienen die March-Thaya-Auen zudem als wichtiges Trittsteinbiotop innerhalb des paneuropäischen Alpen-Karpaten-Korridors, eines Wildtierkorridors der den genetischen Austausch von Wildtierpopulationen zwischen Alpen und Karpaten und damit deren langfristigen Bestand sichert. Dass dieser Korridor nach wie vor genützt wird, beweisen unter anderem gelegentlich stattfindende Besuche von Elchen.

Seit dem Beitritt Österreichs zur Ramsarkonvention im Jahre 1983 zählen die March-Thaya-Auen in Verbindung mit den Donau-Auen zu den wichtigsten Ramsargebieten Österreichs. 1991 stellte eine internationale Delegation von Experten des Ramsar-Büros im Zuge eines Kontrollbesuches jedoch einen "beträchtlichen Verfall des Feuchtgebietes" fest. Daraufhin wurde der Distelverein (Franz-Maier-Str. 47, A-2232 Deutsch Wagram, Tel. 0043-(0)2247-51108) beauftragt ein Konzept für die "wohlausgewogene Nutzung" (engl.: wise use) des Gebietes zu erstellen. Seither orientiert sich das Ramsar-Management der March-Thaya-Auen an diesem Konzept, dessen kontinuierliche Umsetzung in Form von Projekten erfolgt.


Thayaauen © Hofrichter

Thaya-Auen

Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel/Fertö-Hanság
Österreich (Burgenland) - Ungarn

Das Gebiet rund um den Neusiedler See liegt, wie der Steppensee selbst, zwischen den letzten (sichtbaren) Ausläufern der Alpen und der Kleinen Ungarischen Tiefebene, der westlichsten Steppenlandschaft Europas.

Aus biologischer Sicht ist das Neusiedler See - Gebiet deshalb ein Grenzraum, geprägt von Elementen verschiedener Landschaftsräume: alpiner, pannonischer, asiatischer, mediterraner und nordischer Einfluss machen sich bemerkbar. Das Resultat: ein für Mitteleuropa höchst bedeutsamer Naturraum mit einer faszinierenden Artenvielfalt.

Als sehr bekannt kann der Neusiedler See in Mitteleuropa bezeichnet werden - zumindest als Badegewässer, Surf- und Segelrevier.

Nur ein kleiner Teil der Besucher hingegen kennt die vielen Besonderheiten dieses Steppensees, die ihn von Bergseen unterscheiden. Noch während der Jungeiszeit lag das Gebiet im und um den Neusiedler See höher, etwa auf dem Niveau der Pardorfer-Platte. Die Donau schüttete - auf ihrem Weg nach Südosten - im Seewinkel ihre Schotter auf, und über dem Gebiet des heutigen Sees erstreckte sich noch eine schuttbedeckte Fußfläche des Leithagebirges. Die Seebildung begann erst vor rund 13.000 Jahren durch tektonische Bewegungen.

Die ersten Absenkungsprozesse ließen eine Wasserfläche im heutigen Hanság entstehen, eine zweite südlich von Neusiedl/See. Die Einsenkung des Südteiles führte schließlich zur Ausgestaltung der gesamten jetzigen Seewanne, hatte aber auch das Einsetzen der Verlandung des seichteren Hanság zur Folge.

1988 wurde eine bilaterale Nationalpark-Planungskommission gegründet. Seit der Errichtung des Nationalparks mit gemeinsamer offizieller Eröffnung am 24. April 1994 werden in der österreichisch-ungarischen Nationalparkkommission die wichtigsten Entwicklungsschritte aufeinander abgestimmt. Auch die alltägliche Kooperation zwischen den Nationalparkverwaltungen in Sarród (Ungarn) und Apetlon (Österreich) verläuft in freundschaftlich-kollegialer Atmosphäre.

Der ungarische Teil des Neusiedler Sees wurde 1977 zum Naturschutzgebiet erklärt. Seit 1979 ist dieses Gebiet MAB-Biosphärenreservat, seit 1989 RAMSAR-Gebiet. Die ungarische Regierung erklärte 1991 den südlichen Seeteil (die Wasserfläche vor dem Strandbad Fertörakos/Kroisbach ausgenommen) mit einer Fläche von rund 65 Quadratkilometern zum Nationalpark.

1994 konnten wesentliche Teilflächen des Hansag vom Staat angekauft und ebenfalls zum Nationalpark erklärt werden. Damit und mit kleineren Schutzgebieten an der Rabnitz hat sich die Nationalparkfläche auf ungarischer Seite auf etwa 235 Quadratkilometer vergrößert.

Das Seegebiet im Fertö-Hanság Nationalpark
Es gibt verschiedene Ökosysteme im Wasser des Neusiedler Sees, das wird besonders in diesem Teil des Nationalparks deutlich: trübes, windbewegtes Wasser am offenen See schafft andere Lebensbedingungen als klares, stehendes Wasser in den Blänken des Schilfgürtels oder Regenwasser in den seenahen Wiesen. Der Artenreichtum an Insekten, Fischen, Amphibien und Brutvögeln wird noch verstärkt durch die Zugvögel, die hier im Frühjahr und vor allem im Herbst Station machen: mehr als zehntausend Bläß-, Saat- und Graugänse übernachten dann in den Seichtwasserbereichen. An den alkalischen Lacken suchen u.a. Strandläufer, Regenpfeifer, Uferschnepfen und Kiebitze nach Futter.

Graurinder, Wasserbüffel und Zackelschafe die typischen ungarischen Haustierrassen leisten durch gezielte Beweidung im Rahmen des Nationalpark-Flächenmanagements einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung dieser Biotope.

Die Brut- und Zugvögel des Neusiedler See - Gebietes
Der Neusiedler See, der Seewinkel und der Hanság bilden gemeinsam eines der berühmtesten und bedeutendsten Vogelparadiese Europas. Diese Bedeutung ist in zahlreichen Büchern und wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert. Die Erklärung zum RAMSAR-Gebiet und zur Important Bird Area unterstreichen die Wichtigkeit dieses Gebietes speziell für den Vogelschutz. So gesehen ist es verständlich, dass die Vogelwelt die Hauptattraktion des Nationalparks Neusiedler See Seewinkel darstellt.

Für den europäischen Naturschutz besonders bedeutend sind die riesigen Schilfflächen, die große Bestände von Reihern, Graugänsen, der weltweit bedrohten Moorente, Rallen und verschiedenen Singvögeln (Rohrsänger, Bartmeise, Rohrammer) beherbergen. Die Salzlacken des Seewinkels zählen zu den wichtigsten Brut- und Rastplätzen für Enten- und Gänsearten, Watvögel und Möwen im europäischen Binnenland.

Vielen Wiesenbrütern, aber auch den Brutvögeln der vegetationsfreien Lackenufer (Säbelschnäbler, Seeregenpfeifer, Flußseeschwalbe u.a.) machte zuletzt die zunehmende Verschilfung weiter Flächen zu schaffen. Die im Nationalpark gezielt eingesetzten Rinderherden, Pferde und Esel können diese unverzichtbaren Lebensräume wieder "frei weiden".


Großtrappe © NP-Neusiedlersee

Die seltene Großtrappe findet hier einen geeigneten Lebensraum

Flusslandschaft Drau-Mur
Dreiländereck Slowenien - Ungarn - Kroatien

Das Einzugsgebiet von Drau und Mur ist rund 40.000 Quadratkilometer groß (fast so groß wie die Schweiz). Die Drau entspringt in Südtirol (Italien); die Mur, ihr wichtigster Nebenfluss, im österreichischen Nationalpark Hohe Tauern. Beide Flüsse vereinigen sich in der Pannonischen Tiefebene im kroatischen Legrad und münden im Kopacki Rit in die Donau.

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs ergriff die Stiftung Europäisches Naturerbe (EURONATUR) die Initiative und startete ein Projekt zum Schutz der Flusslandschaft an Drau und Mur. Erster Schritt war die Schaffung einer Plattform für Naturschützer aus Österreich, Slowenien, Ungarn und Kroatien. Das deutsche Bundesumweltministerium unterstützte das Vorhaben und half bei der Finanzierung der ersten internationalen Naturschutzkonferenz über die Zukunft von Drau und Mur im Mai 1993. Ziel aller Teilnehmer war es, den noch weitgehend natürlichen Flussabschnitt der Drau mit ihrem Nebenfluss Mur in seiner Ursprünglichkeit zu bewahren, denn das Beispiel verbauter Flussstrecken hatte gezeigt, wie rapide der Artenschwund in einer beschädigten Auenlandschaft vor sich geht.

Seitdem wurde auf allen Seiten viel gearbeitet. EURONATUR hatte dabei eine koordinierende Rolle. Das Ergebnis: Die fünf Anrainerländer haben insgesamt 2.300 Quadratkilometer unter Schutz gestellt. Tatsächlich handelt es sich um eines der größten geschützten Teilstücke im "Grünen Band Europas".

Schutzgebietsverwaltungen existieren bislang allerdings nur im Donau-Drau-Nationalpark in Ungarn, für die Vojvodina in Serbien und für den Naturpark Kopacki Rit in Kroatien, also gerade mal für knapp ein Drittel der Gesamtfläche. Die restlichen Teile des neuen Flussschutzgebietes erfahren dagegen keinerlei Betreuung außer durch private Naturschützer.

EURONATUR erarbeitete 1997 den Vorschlag für die Ausweisung eines fünf Länder übergreifenden UNESCO-Biosphärenreservates Donau-Drau-Mur. Ein entsprechender gemeinsamer Antrag der fünf Umweltminister ist bislang nicht zustande gekommen, bleibt aber wichtiges Ziel der Naturschützer in der Region.

Fast wie ein Wunder mutet es an, dass mitten im dicht besiedelten Europa ein intakter Flusskorridor dieser Größe voll seltener Tiere und Pflanzen noch immer existiert. Dies war nur möglich, weil er die Ländergrenze bildete zwischen jahrzehntelang voneinander abgeschotteten Nationen. Das Grüne Band Europa als Garant für die Sicherung dieses unschätzbar wertvollen Teils des europäischen Naturerbes.

Unsere Reise führt uns ins Dreiländereck von Slowenien, Kroatien und Ungarn, wo Drau und Mur noch parallel fließen. Breite Sedimentablagerungen in den Tälern der beiden Flüsse tragen mächtige Auwälder und Feuchtwiesenkomplexe. Uralte, durch die Flussdynamik entstandene Mäander und Flussterrassen prägen das Landschaftsbild.

Die Murregion zeichnet sich unter anderem durch die höchste Dichte von Weißstörchen in Slowenien aus. Folgerichtig liegt hier auch das 1999 von Euronatur zum Europäischen Storchendorf ernannte Dorf Velika Polana.


Weißstorch © Limberger

Murgebiet: DIE Weißstorch-Region

Goricko - die slowenische Toskana
Dreiländereck Slowenien - Ungarn - Österreich

Die sanfte Hügellandschaft Goricko ist Heimat zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, die sich in extensiv genutzten Kulturlandschaften besonders wohl fühlen. Dazu gehören neben den Störchen etwa 250 Paare der seltenen Zwergohreulen sowie etliche Orchideenarten. Wegen des Mosaiks von Trockenwiesen, kleinparzellierten Äckern, breiten Streuobstwiesen und Hecken wird dieses Gebiet auch die "slowenische Toscana" genannt.


Lebende Erde im Vulkanland
Österreich (Steiermark) - Slowenien
Verein zum Schutz der Blauracke im NATURA 2000- Gebiet am Grünen Band

Der Verein widmet sich dem Naturschutz, der Öffentlichkeitsarbeit, der landwirtschaftlichen Umstrukturierung sowie der Schaffung zusätzlicher touristischer Einkommensmöglichkeiten für die ländliche Bevölkerung der Region. Es werden alte Traditionen wie das Korbflechten ebenso gefördert wie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Der Verein ist mit Partnerorganisationen im In- und Ausland ständig in Kontakt um eine länderübergreifende Artenschutzinitiative für die Blauracke und andere gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu erreichen.

Seit 1996 betreut Bernard Wieser das steirische Verbreitungsgebiet der Blauracken und als Angestellter des Vereines derzeit über 400 ÖPUL-Betriebe. Er organisiert Veranstaltungen für die Umweltbildung der Bevölkerung. Neben den landwirtschaftlichen Betrieben werden mit Kindergärten und Schulen Naturwanderungen durchgeführt. Auch die Ausbildung von ansässigen Interessierten zum Exkursionsbegleiter ist seine Aufgabe. Er ist der Herausgeber der Vereinszeitung "Der Blaukrah"Neben dem Artenschutzprojekt Blauracke betreut er in den Bezirken Feldbach und Radkersburg zusammen mit den Schulen den Amphibienschutz seit 1998. Auch bei der Initiative "Mein Quadratmeter Raabtal" ist er seit dem Bestehen aktiv. Seit Beginn des Jahres 2003 obliegen ihm die regionalen Arbeiten im NATURA 2000-Gebiet im Auftrag des Landes Steiermark.


Naturpark Südsteirisches Weinland
25 km Naturpark am Grünen Band
Österreich (Steiermark) - Slowenien

Der Naturpark Südsteirisches Weinland erstreckt sich über 400 km² und umfasst derzeit 28 Gemeinden. (Die Aufnahme der 29. Gemeinde ist gerade in Vorbereitung.) Im Naturpark wohnen, leben und arbeiten ca. 47.000 Menschen. Er ist damit der nach Mitgliedern und Bewohnern gemessen der größte der 6 steirischen Naturparke.

Nach umfangreichen Vorarbeiten erfolgte im Dezember 1998 die Gründung des Vereins "Naturpark Südsteirisches Weinland". Seit Mai 2001 ist die Region außerdem Lokale Aktionsgruppe im Sinne von Leader+ (EU-Förderprogramm).

Im Rahmen eines Festaktes auf Schloss Seggau wurde die Region Südsteirisches Weinland am 21.9.2002 durch den damaligen Landesrat Erich Pöltl offiziell zum Naturpark erklärt.

Im Unterschied zu einem Nationalpark geht es in einem Naturpark nicht nur um die Natur an sich, sondern um die Natur- und Kulturlandschaft, entstanden aus dem Zusammenwirken von Natur und Mensch mit den vier Säulen: Schutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung.

Daraus ergeben sich die Ziele des Naturparkes Südsteirisches Weinland:

  • Die Einzigartigkeit, Vielfalt und Kleinteiligkeit dieser Landschaft zu schützen und für die nächsten Generationen zu erhalten.
  • Die Identität der Region zu stärken und in der gesamten Bevölkerung ein Bewusstsein dieser Stärke zu vermitteln.
  • Durch noch stärkere Einbindung der Landwirtschaft und auch des Kleinhandels möglichst viel Wertschöpfung in der Region zu halten.
  • Das Leitprodukt "Wein" durch einen gemeinsamen Auftritt aller Weinbaugemeinden noch mehr zu stärken und international zu forcieren.
  • Durch den Ausbau des sanften Tourismus das ganze Jahr über zur Top-Urlaubsregion zu werden.

Im Naturpark Südsteirisches Weinland ist also die Inwertsetzung von Kulturlandschaft das zentrale Thema. Es geht darum, Strategien zu entwickeln, die Landschaft zu erhalten und aus allen Landschaftstypen (nicht nur aus Weingärten und Kürbisfeldern) Wertschöpfung zu erzielen, also auch aus Produkten wie Honig, Käse, Brot u.a.m.

Um diese Ziele zu realisieren wurden im Jahr 2003 mehrere Projekte gestartet. Ein Projekt, das diese Dinge zum zentralen Inhalt hat ist "Von der Wiese auf den Tisch", gefördert aus Artikel 33. Derzeit wird an der Erstellung eines Folders gearbeitet, welcher eine Fülle von buchbaren Angeboten zum Inhalt haben wird, durch die der Gast die Entstehung der Produkte miterleben kann. Weitere Projekte beschäftigen sich u.a. mit "Schafhaltung als Biotopmanagement", "Bauen im Naturpark", "Kulturlandschaftserhaltung", "Naturpark-Schulen" und Naturerlebnissen. Zur Unterstützung bei der Realisierung der Projekte und Maßnahmen dienen die EU-Förderprogramme Leader+, Artikel 33 und INTERREG, sowie die Unterstützung durch die Naturschutzabteilung des Landes Steiermark und die Ökologische Landentwicklung.

Das Naturparkbüro versteht sich als Service-Einrichtung für die Region!



Natura 2000-Gebiet Dobratsch
Dreiländereck Österreich - Italien - Slowenien

1348 ereignete sich an der Südflanke des Dobratsch der bislang größte Bergsturz in den Ostalpen. Aufgrund dessen sich im gesamten betroffenen Gebiet neue einzigartige Lebensräume bildeten, die sich für die Forschung als überaus reichhaltig und informativ erwiesen. Das ganze Gebiet ist durch die Südexposition besonders für wärmeliebende Arten geeignet, von denen einige hier ihre nördliche Verbreitungsgrenze haben. Besonders hervorzuheben: Das einzige Vorkommen der Illyrischen Gladiole in Österreich, welches sich zur Gänze im Besitz des NATURSCHUTZBUND Kärnten befindet und durch regelmäßige Mahd gepflegt wird. Manaesche, Hopfenbuche, stellenweise Schwarzkiefer sind Charakterarten des dortigen Waldes. Bemerkenswert auch der Vogelreichtum mit nahezu allen Arten von Rang und Namen wie Wanderfalke, Uhu, Schwarzspecht, Ziegenmelker (größte Kärntner Population), um nur einige davon zu nennen. Auch der Reichtum an Reptilien ist einzigartig. (Größter Bestand der Sandviper in Österreich). Das Kerngebiet der Schütt ist seit 1942 Naturschutzgebiet.

Große Bereiche sind darüber hinaus Landschaftsschutzgebiete und liegen im nunmehr neu errichteten Naturpark Dobratsch. Herausragende Teile wurden als Natura-2000 Schutzgebiete genannt und ein umfangreiches Life-Projekt ermöglicht seit 2002 tiefgreifende Natur-Managementmaßnahmen (Bärenbrücke, Ankauf gefährdeter Standorte, Pflegemaßnahmen etc.).


Braunbär © Streitmaier, arge NATURSCHUTZ

Der Bär - Zuwanderer von Süden

nach oben Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Naturjuwele am "Grünen Band". Dies ist nur eine Auswahl an schützenswerten Lebensräumen. Sie waren gleichzeitig die Stationen der Pressefahrt vom 26. - 30. April 2004.