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Grünes Band - Green Belt

Projekte und Aktionen


Allgemeine Informationen zum Grünen Band



Juwelen am Grünen Band

Termine



Wer setzt sich ein für´s Grüne Band?
Der NATURSCHUTZBUND setzt sich für den Erhalt des GRÜNEN BANDES ein und will so auf ideale Weise geschichtliches Erbe und ökologische Werte verbinden. Die EU-Osterweiterung bietet die Chance, nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Einigung Europas zu leisten, sondern sich auch für einen vernetzten europäischen Naturschutz einzusetzen.

Unsere Ziele sind:
  • konsequenter Schutz und Erhalt des Biotopverbundsystems entlang des ehemaligen "Eisernen Vorhangs" als Basis eines zusammenhängenden europäischen Biotopverbundsystems
  • gezielte Unterstützung landschaftsschonender, extensiver Land- und Forstwirtschaft
  • Schonung und Erhalt unzerschnittener, naturnaher Räume
  • länderübergreifende Kartierungen und Modellprojekte zum Naturschutz, zum sanften, Natur orientierten Tourismus bzw. zur nachhaltigen Landnutzung














Resolution der Internationalen Konferenz
Das Grüne Band Europas - Chance für Mensch und Natur
22. - 24. Oktober 2009 in Linz
"
Das Grüne Band Europas ist das umfassendste Naturschutzprojekt Europas. Die 24 beteiligten Staaten definieren an diversen Abschnitten grenzüberschreitende Großschutzgebiete. Sie stellen das Rückgrat der ökologischen Infrastruktur und der grenzüberschreitenden Regionalentwicklung dar und wirken damit auch den Folgen des Klimawandels und dem Artenverlust entgegen.

Die Tagungsteilnehmer/innen fordern die Bundesländer Österreichs sowie das österreichische Umweltministerium auf, den internationalen Beispielen zu folgen und die Umsetzung des Grünen Bandes durch Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten zu unterstützen. Es ist erforderlich, das Grüne Band in Österreich lückenlos als Biotopverbund zu entwickeln und für die grenzüberschreitenden Perlen, wie den Böhmerwald, die March-Thaya-Auen, den Raab-Örség-Goricko-Park, den Mur-Drau-Donau-Biosphärenpark und die Karawanken angemessene Großschutzgebiete einzurichten."

Linz, am 22. Oktober 2009








INTERREG IIIB CADSES
GRÜNES BAND - Schutz und Aufwertung des längsten Habitatsystems in Europa

Über zwei Jahre dauerte das Interreg-Projekt "GRÜNES BAND": Im Sommer 2008 wurde es abgeschlossen.
Es war ein Gemeinschaftsprojekt von 18 Partnern aus: Österreich, Deutschland, der Slowakei, Ungarn, Tschechien, Slowenien, Bulgarien, Kroatien und Serbien. Für Österreich waren der NATURSCHUTZBUND und das "Institut für Naturschutz und Landschaftsökologie" am Projekt beteiligt. Untersuchungsgebiet war das zentraleuropäische Grüne Band.

Dabei sollte der Schwerpunkt auf die Nutzung der natürlichen Ressourcen der Projektregion gelegt werden und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung unterstützen. Innerhalb des Projektes sollten Leitstudien mit Lösungsvorschlägen im Bereich Verkehr, Tourismus, Regionales Marketing und Bildung durchgeführt werden. Die Kommunikation zwischen den Menschen in den einst getrennten Gebieten sollte verbessert werden. Ihr Bewusstsein sollte dafür geschärft werden, dass Naturschutz mit nachhaltiger regionaler Entwicklung durchaus kompatibel und verbindbar sein kann.

Die Projektgruppe wurde mit drei Arbeitspaketen befasst:

Modul 1: GAP-Analyse
Die Lückenanalyse sollte dazu dienen, Bereiche am Grünen Band zu finden, die bedroht oder ungeschützt sind bzw. wo es Unterbrechungen in der Durchgängigkeit des grünen Streifens gibt. Zur Umsetzung wurde ein 50 Meter breiter Streifen beiderseits der Grenzen über Luftbilder analysiert. Alle acht beteiligten Länder haben auf insgesamt über 2.000 Kilometern ihren Teil zur Analyse beigetragen, die Ergebnisse sind auf Karten und in einem Bericht dokumentiert.
Etwa die Hälfte der ehemaligen Trennlinie ist durch europäische oder nationale Schutzgebiete geschützt, ca. ein Fünftel des zentraleuropäischen Grünen Bandes besteht heute aus Ackerflächen.
In Österreich haben 48 Gebiete einen Schutzstatus. Insgesamt sind 34,2 % am Grünen Band in Österreich geschützte Gebiete. Davon sind 25 % Landschaftsschutzgebiete und 40 % FFH-Gebiete. Außerdem hat das Grüne Band in Österreich Anteil an zwei Nationalparken: dem Nationalpark Thayatal und dem Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel und an einigen Naturparken, z.B. am Naturpark Südsteirisches Weinland oder am Naturpark Geschriebenstein-Irottkö.
Die Lückenanalyse gibt konkrete Vorschläge und stellt dar, wo Handlungsbedarf besteht. So wird beispielsweise empfohlen, wo die Ausweisung von Schutzgebieten ratsam ist. Auf sogenannten Fact Sheets (Tatsachenblatt) werden die Empfehlungen und Vorschläge zusammengefasst und betroffenen Akteuren auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zur Verfügung gestellt.

Modul 2: Sanfte verkehrliche Entwicklung
Dies beinhaltete die Erstellung einer Machbarkeitsstudie im Anschluss an eine genaue Untersuchung des grenzüberschreitenden Verkehrs im Grünen Band. Es wurden hierbei der öffentliche Verkehr (Bahn, Bus und Schiff), das Fahrradwegenetz und die Wanderrouten in den Grenzregionen des Grünen Bandes analysiert und bewertet. Wie können Regionen, die jahrzehntelang schwer oder gar nicht zugänglich waren, umweltverträglich erschlossen werden? Ausgehend von dieser Fragestellung wurde eine Erreichbarkeitsanalyse in bestimmte Regionen gemacht. Zudem wurden auch Regionen außerhalb des Projektgebietes betrachtet, um positive oder auch negative Beispiele bezüglich der Übertragbarkeit auf das Grüne Band ausfindig zu machen. Drei Fokusregionen wurden hierbei genauer untersucht: Bayern-Thüringen, Mur-Drau und West-Pannonien. Die Studie macht unter anderem konkrete Vorschläge für eine bessere Vernetzung der Akteure zur Förderung des Radwanderns als Entwicklungspotenzial für einen umweltverträglichen Tourismus in der Region. Außerdem wurde eine Radwegekarte zum slowakischen Grünen Band herausgegeben und ein Teil eines Radweges entlang des Grünen Bandes in Tschechien beschildert.
Das Institut Verkehr und Raum der Fachhochschule Erfurt war Leader dieses Projektteiles. Auf dessen Seite findet sich auch der gesamte Ergebnisbericht als Download.

Modul 3: Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit
Dieses Modul beschäftiget sich mit verschiedenen Bereichen. Das wohl wichtigste Ergebnis ist die internationalen Homepage www.greenbelteurope.eu, auf der das Projekt auch noch näher beschrieben wird. Die Seite ist mittlerweile auf sieben verschiedenen Sprachen abrufbar: deutsch, englisch, tschechisch, slowakisch, ungarisch, kroatisch und slowenisch.
Des weiteren wurde ein Informationsfolder zum Grünen Band entworfen, der in Folge gedruckt und verteilt werden soll. (Download)
Ebenso Endprodukt dieses Moduls ist eine Wanderausstellung zum Grünen Band. (Download)


2. Green Belt Camp Maltsch/ Malse: Grenzen trennen - Natur verbindet

Im August 2007 fand bereits zum zweiten Mal das Green Belt Camp Maltsch/ Malse in Leopoldschlag statt. Eine Woche lang führten acht junge Menschen im Alter von zwanzig bis dreißig Jahren aus Deutschland, Tschechien und Österreich völlig unentgeltlich naturschutzfachlich wichtige Arbeiten durch. Sie leisteten so einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der einmaligen Natur- und Kulturlandschaft des Europaschutzgebietes Maltsch.

Hauptaufgabe des Green Belt Camps war die Pflege der Feuchtwiesen entlang der Maltsch. Junge Weiden und Birken mussten entfernt werden, um das Verbuschen dieses wertvollen Lebensraumes von Braunkehlchen und Wachtelkönig zu verhindern. Auch eine Böschung wurde gemäht, um den Bestand der dort wachsenden Feuerlilien zu erhalten.

An einem Vormittag stand Müll sammeln in und an der Maltsch am Plan. Neben vielem anderen Unrat konnten auch einige kuriose Gegenstände wie eine Kühlschranktür aus den Fluten geborgen werden.

An den Abenden konnten sich die Teilnehmer beim gemeinsamen Kochen am Lagerfeuer von den Mühen des Tages erholen. Übernachtet wurde in Zelten am Zeltplatz von Leopoldschlag direkt an der Maltsch.

Bei einer fachkundigen Führung durch das NATURA 2000- Gebiet mit dem Gebietsbetreuer Wolfgang Sollberger und einem Besuch im Infozentrum des OÖ. NATURSCHUTZBUNDes erfuhren die jungen Leute viel Wissenswertes über die Maltsch und ihre Bewohner.

Einen vergnüglichen Tag verbrachten die Teilnehmer des Camps in Tschechien. Mittels Schlauchboot wurde die noch junge Moldau/ Vltava zwischen Vyssí Brod/ Hohenfurt und Rozmberk bereist. Einen gemütlichen Ausklang fand der Ausflug bei einem Besuch der Stadt Krumau/ Ceský Krumlov. Höhepunkt und Abschluss des Green Belt Camps war die Bat Night auf der Ruine Reichenstein.

Das Green Belt Camp 2007 wurde unterstützt von der Naturschutzabteilung des Landes Oberösterreich.


© Archiv NATURSCHUTZBUND


© Archiv NATURSCHUTZBUND


© Archiv NATURSCHUTZBUND


© Archiv NATURSCHUTZBUND
Waldviertler Grenzraum

Die vom NATURSCHUTZBUND NÖ organisierte Busreise ans Grüne Band im Waldviertler Grenzraum am 2. Juni 2007 war für alle 22 Teilnehmer ein großartiges Erlebnis. Mag. Ernst Wandaller und Dieter Manhart, beide fundierte Kenner der Landschaft und Buchautoren, zeigten der Gruppe die Lainsitzniederung bei Gmünd sowie die Streifenfluren bei Weitra und Bad Großpertholz. Am Mandelstein genoss man den Blick über die tschechische Grenze.

Die Waldviertler Streifenfluren und Stufenraine sind mancherorts bis heute vollständig erhalten geblieben, besonders in jenen höher gelegenen und mit Steinblöcken durchsetzten Flächen, in denen großflächige Zusammenlegungen selbst mit modernster Technik unrentabel sind. Jetzt allerdings ist diese uralte bäuerliche Kulturlandschaft durch eine neue, rasant zunehmende Verwaldung bedroht. Ausgerechnet diese eindrucksvollen Zeugen traditioneller Waldviertler Landwirtschaft werden immer häufiger von monotonen Fichtenforsten überwuchert....

Manhart und Wandaller treten vehement für den Schutz dieser Landschaftsformen ein; auch ihr neuer Bildband "Unbeachtetes Waldviertel. Das Streifen- und Terassenland" ist diesem Anliegen gewidmet.

© Christine Hajek





© Christine Hajek
Projektunterricht am "GRÜNEN BAND"
Am Montag, den 16.4.2007 nahmen 18 Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse Hauptschule Hohenau an einem Lehrausgang in die Thaya-Auen bei Rabensburg teil. Dr. Werner Lazowski, Vegetationsökologe und langjähriges Mitglied des NATURSCHUTZBUNDes NÖ, erklärte der Klasse den Naturraum und das internationale Projekt GRÜNES BAND. Dieses hat die Bauernwiesen bei Rabensburg in den Mittelpunkt des internationalen Naturschutzes gerückt.

Im Schatten des Eisernen Vorhangs hat sich zwischen Murmansk am Eismeer und Burgas am Schwarzen Meer das heute größte Biotopverbundsystem, das GRÜNE BAND Europa entwickelt. Einmalige, noch sehr naturnahe Lebensräume reihen sich wie eine Perlenkette aneinander. "Die vielen regionalen Naturschutzaktivitäten, die es im Grenzbereich gibt, erhalten durch das GRÜNE BAND eine europäische Dimension", meint Lazowski.

Die Rabensburger Thaya-Auen wurden 1982 zum Naturschutzgebiet erklärt und sind mittlerweile Teil des Natura 2000-Gebietes March-Thaya-Auen. Als eine der "Perlen" Niederösterreichs am GRÜNEN BAND betreut der NATURSCHUTZBUND NÖ das Gebiet. Der Pflege der Kopfweiden wird dabei ein hoher Stellenwert eingeräumt.

Im Grisagraben zeigte Dr. Lazwoski den Schülern die gestümmelten Kopfweiden und erklärte deren Bedeutung als Lebensraum für Fledermaus, Eule & Co. Unter der Leitung von Fachlehrer Schinhan hatten die Schüler und Schülerinnen im Projektunterricht Nistkästen angefertigt. Christian Heytmanek und Andreas Falkner von der örtlichen NÖ Berg- und Naturwacht halfen ihnen, die Nistkästen an den Kopfweiden zu befestigen.

Großes Interesse weckten die Urzeitkrebse, die in den Überschwemmungstümpeln zahlreich zu sehen waren. Beim "Tümpeln" holten sich einige nasse Füße. Die jungen "Naturforscher" konnten zudem einen Weißstorch, 40 bis 50 Graugänse und mehrere Rehe beobachten. Der mehrstündige Ausflug bei sonnigem Wetter wird allen in bester Erinnerung bleiben!





Werner Lazowski zeigt Urzeitkrebse







Die Schüler bestaunen die mächtigen Kopfweiden
Naturschutz- Lager am Grünen Band
in Leopoldschlag/ Österreich

Gesucht waren junge Leute, die gerne eine Ferienwoche sinnvoll für die Natur und in der Natur verbringen wollen. Sie leisten so einen Beitrag für den Erhalt der einmaligen Natur- und Kulturlandschaft des Europaschutzgebietes Maltsch.

Das Green Belt Camp findet von 19. August bis 26. August 2006 in Leopoldschlag/ Oberösterreich, direkt an der Grenze zu Tschechien, statt. Zu dem Camp herzlich eingeladen waren junge Leute zwischen 16 und 30 aus Österreich, Deutschland und Tschechien, die unentgeltlich eine Woche naturschutzfachlich wichtige Aufgaben leisten wollten.

Doch nicht nur die Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Green Belt Camp Maltsch/ Malse, auch Spaß und Vergnügen sollen nicht zu kurz kommen: Zur Abkühlung nach einem heißen Arbeitstag bietet sich der erfrischend kühle Badesee in Leopoldschlag an. Am Abend kann man sich gemeinsam am Lagerfeuer von den Mühen des Tages entspannen.

Am Freizeit- Programm steht unter anderem eine naturkundliche Expedition durch das Gebiet unter der Führung des Gebietsbetreuers Wolfgang Sollberger. Auch ein Ausflug über die Grenze nach Tschechien ist geplant.

Der Schwerpunkt der geplanten Arbeiten während des Green Belt Camps Maltsch/ Malse liegt auf der Pflege dieser wertvollen Überschwemmungswiesen: Sie müssen gemäht und das Mähgut entfernt werden. Auch junge Weiden und Erlen müssen ausgerissen werden, da ansonsten die Wiesen bald verbuschen und so der Lebensraum für Braunkehlchen und Co. verloren gehen würde.

Die Maltsch
Die Maltsch bildet 26 km lang die Staatsgrenze zwischen Österreich und Tschechien. Elegant mäandiert hier der Fluss durch naturbelassene Wälder und Wiesen. Im Wasser tummeln sich Bachforelle, Bachneunauge, Koppe und andere schuppige Gesellen, auch der Fischotter schlängelt sich durch das kühle Nass. Selbst die empfindliche Flussperlmuschel ist hier noch zu finden. Die Feuchtwiesen und großzügigen Überschwemmungsflächen entlang der Maltsch sind wichtiger Lebensraum für selten gewordene Wiesenbrüter wie Wachtelkönig und Bekassine.

Veranstaltet wird dieses Naturschutz- Camp vom Naturschutzbund OÖ. in Zusammenarbeit mit Hnuti DUHA, BUND Deutschland und Bund Naturschutz in Bayern.
Unterstützt wird diese Aktion vom Jane Goodall Institut Austria.




Braunkehlchen © Josef Limberger

Braunkehlchen - Symboltier am Grünen Band


Mäharbeiten am Grünen Band © Wolfgang Sollberger

Mäharbeiten


© Wolfgang Sollberger

Einige Mitarbeiter des Camps

GRÜNES BAND -

ausgewählte Projekte des NATURSCHUTZBUNDes




NATURSCHUTZBUND Österreich - wir setzen uns ein für das Grüne Band!
NATURSCHUTZBUND Oberösterreich:
Die dauerhafte Rückkehr des Luchses ins Mühlviertel unterstützen

Auf Dauer kann der Luchs in Mitteleuropa nur überleben, wenn alle einzelnen, isolierten Vorkommen miteinander vernetzt werden. Nur so ist eine nachhaltig lebensfähige Population gewährleistet. Der Verlauf des Grünen Bandes entspricht genau jenem Haupt-Wildtierkorridor, entlang dem der Luchs (nach Wegfall der Grenzzäune) jetzt auch aus dem Böhmerwald ins Mühlviertel einwandern kann. Der NATURSCHUTZBUND OÖ engagiert sich gemeinsam mit der önj Haslach, der Jägerschaft und Luchsexperten aus Österreich, Bayern und Tschechien für eine dauerhafte Rückkehr des Luchses ins Mühlviertel.





Der Luchs profitiert vom Grünen Band
NATURSCHUTZBUND Niederösterreich:
Letzte Standorte der Hornmelde schützen

Die Hornmelde (Krascheninnikóvia ceratoides), ein Strauch mit steifen, rutenartigen Ästen, ist eine der seltensten Pflanzen Österreichs. Es wird vermutet, dass sie ein Relikt eiszeitlicher Kältesteppen ist. Sie kommt in Österreich nur noch an drei Stellen im Weinviertel vor - einer davon am Blauen Berg bei Oberschoderlee - direkt am Grünen Band. Auf dem Blauen Berg wächst ein typischer Lösstrockenrasen. Neben der Hornmelde wachsen hier auch der stark bedrohte Löss-Löwenzahn und der Österreichische Tragant.
Gemeinsam mit der Bevölkerung Kümmert sich der NATURSCHUTZBUND NÖ um die besondere Pflanze und hat ein Pflegekonzept ausgearbeitet. NAch der Entfernung von Gehölzen, wie etwa Robinie oder Weißdorn, garantiert nun ein laufendes Management, dass die Hornmelde an einem ihrer letzten Standorte in Österreich auch weiterhin ausreichend Platz zum Überleben hat.



© M. Denner

Blauer Berg: Lebensraum für die Hornmelde
NATURSCHUTZBUND Burgenland:
Freilanderhebungen und Kartierungen als Basis für die dauerhafte Erhaltung des Grünen Bandes

Die grüne Grenze Burgenlands ist ein einzigartiges überregionales Biotopverbundsystem. Es beinhaltet Lebensräume, die sonst in unserer Kulturlandschaft in dieser Qualität nicht mehr erhalten sind. Gerade die enge Verzahnung unterschiedlichster Pflanzengesellschaften und Biotoptypen führt zu einem sehr großen Struktur- und Artenreichtum. Das hat auch die "Kulturraumerhebung Burgenlands" gezeigt.
Um zu wissen, wie es um die Naturräume im Detail bestellt ist und wo dringender Handlungsbedarf liegt, werden Biotope kartiert und ausgewählte Landschaftsstrukturen fachkundi bewertet. In zahlreichen Begehungen hat der NATURSCHUTZBUND einen 100 Meter breiten Streifen entlang der Grenze parzellenscharf kartier. Die Ergebnisse sind die Basis für weitere Schutzprojekte am Grünen Band im Burgenland.
Im Zuge seiner Freilanderhebungen wurde der NATURSCHUTZBUND auf zwei Wiesenflächen am Weinberg in Rechnitz aufmerksam. Diese sind inzwischen NATURSCHUTZBUND-Grundstücke und zählen zu den ökologisch wertvollsten Trocken- und Halbtrockenrasen des Südburgenlandes - u.a. mit den südlichsten Diptamvorkommen.



© Josef Weinzettl

Diptam: Wächst auf NATURSCHUTZ- BUND-Grundstück
NATURSCHUTZBUND Steiermark:
Ankauf und Pacht von Naturflächen

Vor allem in der Steiermark kauft oder pachtet der NATURSCHUTZBUND immer wieder aus Naturschutzsicht wertvolle Teile des Grünen Bandes, um diese nachhaltig zu sichern. Insgesamt 20 Biotope stehen dort mittlerweile unter seiner Obhut, darunter solche Naturjuwele wie der Katzenhang in Spielfeld, ein Auengebite an der Warmen Lahn oder der Schuffergraben bei St. Anna.
Die wärmeexponierten Trockenhänge des Sandhanges in Katzengraben beherbergen die einzige autochthone Population des Osterluzeifalters (Zerynthia polyxena) in der Steiermark. Ankauf und geeignetes Management sichern die hier wachsenden Osterluzeipflanzen und damit den Fortbestand dieses schönen Falters. Auch Bienenfresser, Sandviper, Smaragdeidechse, Gottesanbeterin und Zebraspinne leben hier.
Letztes Jahr kamen im Europaschutzgebiet Höll mit Hilfe des Landes Steiermark drei weitere Flächen hinzu. In den ein- bis zweischürigen, nährstoffarmen Lang-Wiesen findet sich eine große Vielfalt an Wiesenblumen und seltenen Insekten. Erst der Ankauf sicherte diese Flächen vor dem Umbruch in Ackerland!
Neben der Pflege seiner Grundstücke plant der Naturschutzbund am Grünen Band auch weiterhin Biotope zu sichern, u.a. an der Grenzmur.



© Johannes Gepp

Osterluzeifalter - ein Bewohner des Sandhanges in Katzengraben
NATURSCHUTZBUND Kärnten:
Durch Ankauf von Naturwaldgrundstücken die Bärenwanderung erleichtern

Der NATURSCHUTZBUND Kärnten beteiligt sich am Life-Projekt im Natura-2000-Schutzgebiet Schütt/Dobratsch. Das Projektgebiet ist ein wichtiger Wanderkorridor für die sechs bis acht hier lebenden bzw. aus Slowenien nach Österreich wandernden Braunbären. Diesen wird durch die Barrierewirkung der A2-Südautobahn die Möglichkeit genommen, im Spätwinter und Frühling von der Schattseite der Karawanken und aus den Karnischen Alpen in die früh ausapernden Südhänge des Dobratsch zu wechseln. Durch den Bau einer Grünbrücke ("Bärenbrücke") und durch Ankauf von Naturwaldgrundstücken beidseitig dieses wichtigen Überganges über die A2 können die Wanderbedingungen für alle Wildtiere erheblich verbessert werden.





Eine "Grüne Brücke" soll dem Bären die Rückkehr nach Österreich erleichtern