| NATURSCHUTZBUND Österreich Museumsplatz 2 A-5020 Salzburg Tel.:0662/64 29 09 Fax: 0662/64 37 344 Email: bundesverband @naturschutzbund.at Buchtipp: Ich, der Luchs - geheimnisvolle Waldkatze Önj-Haslach, 17 Seiten, 2 Euro + Versand, Bestelladr.: önj-Haslach, T+F 07289/73038, luchs@boehmerwaldnatur.at Unterstützen Sie den NATURSCHUTZBUND mit Ihrer Spende! Luchs-Steckbrief Weitere Infos: luchs.boehmerwaldnatur.at |
Letzte Chance für den Luchs? Große, möglichst zusammenhängende Waldgebiete sind für den großen Räuber der optimale Lebensraum. Sie bieten ausreichend Deckung und Rückzugsmöglichkeiten. Der recht anspruchslose und anpassungsfähige "Jäger auf leisen Sohlen" kommt aber auch recht gut in unserer offenen, reich gegliederten Kulturlandschaft zurecht, in der er meist sogar mehr Beute findet. - Er ist also eher ein Indikator für menschliche Toleranz, als für intakten Lebensraum. Luchse sind Einzelgänger und beanspruchen riesige Territorien (mehrere dutzend bis mehrere hundert Quadratkilometer), die sie bei ihren Beutezügen und Wanderungen durchstreifen. Normalerweise bekommen wir die heimlichen Jäger nicht zu Gesicht: Sie sind nachtaktiv, scheu, gut getarnt und meiden den Menschen. Das einzige was wir zu sehen bekommen sind ihre Spuren: die ihrer Pfoten ("vergrößerte Katzenspuren", allerdings ohne Krallen) oder ihrer Mahlzeiten (Luchsrisse haben ein charakteristisches Aussehen, sie sind für Kartierungsarbeiten von großer Bedeutung). In unseren Breiten lebte der Luchs lange vor uns Menschen gemeinsam mit und vom Reh, ohne es auszurotten. Beide haben sich aneinander angepasst, ihre Bestände gegenseitig reguliert. In der Gruppe Luchs.net Austria wollen NATURSCHUTZBUND, Naturschutzjugend, Jäger und Luchsexperten das Überleben des Luchses in Österreich sichern! Der Luchs ist eine der gefährdetsten Tierarten Österreichs, EU-weit ist er nach der FFH-Richtlinie geschützt. Die Zukunft des Luchses liegt in unserer Hand. Wir müssen entscheiden ob wir einem unserer letzten Großräuber ein langfristiges Überleben zugestehen. Geeignete Lebensräume wären vorhanden: Große, zusammenhängende Waldgebiete und ein ausreichendes Beuteangebot. |
![]() Buchtipp: Ich, der Luchs - geheimnisvolle Waldkatze |
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rote Punkte:
Luchsnachweise im Alpenraum grüne Punkte: Nachweise von Luchsen aus der Tschechisch-Bayrisch- Österreichischen Luchspopulation. grau hinterlegt: Waldverteilung in Österreich Karte © J. Laass; Th. Huber; M. Forstner; Ch. Fuxjäger; Th. Engleder; Stift Schlägl; Landesjagdverbände |
![]() Die Anwesenheit des Luchses in den geschlossenen Waldgebieten des nördlichen Mühl- und Waldviertels scheint gesichert, und durch eine beträchtliche Anzahl von überprüften Hinweisen belegt. Vereinzelt scheinen Luchse mittlerweile auch gegen Süden in weniger bewaldete Gebiete vorzudringen. Das Vorkommen von Reproduktion ist durch den Fund von zwei verendeten und einem irrtümlich erlegten Jungluchs in den Jahren 1999 bzw. 2000 erwiesen. Die dringlichste Aufgabe für die Zukunft ist der Aufbau eines effizienten Beobachtungsnetzes, um einerseits die Qualität der Beobachtungen zu heben und andererseits auch Hinweise aus bisher unbeobachteten Gebieten zu erhalten. Um die Zusammenarbeit aller am Luchs interessierten Institutionen und Personen zu verstärken, ist derzeit eine österreichweite Luchsgruppe im Entstehen. Ausgehend von dieser Plattform sollten weitere Aktivitäten gesetzt werden, um die Situation des Luchses in Österreich zu verbessern (Öffentlichkeitsarbeit, Ausbildung von Luchsfachleuten etc.). Autor: DI Thomas Huber, Tassach 9, 9542 Afritz, T 04247/2157 |
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| Luchse im Böhmerwald/Mühlviertel/Waldviertel Seit den späten 80er Jahren gibt es im nordwestlichen Österreich (Böhmerwald, Mühlviertel, Waldviertel) wieder regelmäßige Hinweise auf den Luchs (Lynx lynx). Es handelt sich dabei um die natürliche Ausdehnung der Luchsverbreitung der Böhmisch-Bayerischen Population gegen Südosten. Während die Rückkehr dieses großen Beutegreifers in seine angestammten Lebensräume von vielen Naturfreunden als Bereicherung der Artenvielfalt betrachtet wird, sehen manche Landnutzer den Luchs als unerwünschten Konkurrenten an. Die önj Haslach versucht gemeinsam mit der OÖ Jägerschaft den Umgang mit dem Thema Luchs objektiv und sachlich zu gestalten. Monitoring, wissenschaftliche Forschung, Entschädigungsmechanismen und Öffentlichkeitsarbeit stellen dabei wichtige Bestandteile dar. Hinweise auf Jungluchse gibt es im nördlichen Österreich seit Beginn der 90er Jahre. Für 1999 und 2000 kann Reproduktion durch insgesamt 3 getötete Jungtiere belegt werden. Illegale Nachstellungen und Verkehr stellten sich dabei als größtes Problem für die Luchse heraus. Unsere Untersuchungen zeigen, dass sich weite Teile des nordwestlichen Österreichs als Luchshabitat eignen. Ebenso zeichnen Untersuchungen zur Akzeptanz von Luchsen in der Region ein relativ positives Bild. Dem Mühlviertel kommt sowohl Richtung Alpen, als auch Richtung Karpaten eine wichtige Brückenfunktion in der Vernetzung von Luchspopulationen zu. Hier kommen sich die Alpenluchse und die Luchse der Böhmischen Masse am nächsten. Intensive Zusammenarbeit besteht mit dem Luchsprojekt im Bayerischen Wald. Ebenso besteht ein Gedankenaustausch mit dem angrenzenden böhmischen Luchsprojekt und anderen Luchsprojekten in Österreich, der Schweiz und Rumänien. Es sind noch wenige Luchse, die durchs nördliche Österreich streifen, aber mit etwas Akzeptanz und Glück können wir hoffentlich einen interessanten Mitbewohner dauerhaft willkommen heissen. Autor: Thomas Engleder, önj Haslach http://luchs.boehmerwaldnatur.at Kontakt: luchs@boehmerwaldnatur.at |
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Nationalpark Kalkalpen: Der Luchs ist wieder da! |
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