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Nature Watch im Alpenpark Karwendel
Lokalaugenschein im fünften Tiroler Naturpark
Neun Uhr morgens. Naturführerin Susi Vianello erwartet mich bereits. Es ist ein herrlich strahlender Herbsttag Anfang Oktober 2009. Wie geschaffen, die Bergwelt des Karwendelmassivs zu erkunden. Wir starten von unserem Quartier, dem Speckbacherhof am Fuße der Gleirsch-Hall Kette. Es ist einer der zahlreichen Ausgangspunkte für Nature Watch, der gelungenen Kooperation zwischen Umweltschutzabteilung des Landes Tirol, Verein Natopia-Didaktik in der Natur, Tirol Werbung, Hotelbetriebe und Wirtschaftsunternehmen.
Nach kurzer Fahrt auf der Mautstraße wandern wir in Richtung Issanger - ein Hochplateau (Bilder) inmitten einer spektakulären Naturkulisse: Vor uns türmen sich die steilen Kalkfelsen der Speckkarspitze auf, Kleiner und Großer Bettelwurf ragen, von der Sonne in helles Morgenlicht getaucht, in den blitzblauen Herbsthimmel.
Das ist auch die Heimat des Steinadlers. 21 Brutpaare leben im grenzüberschreitenden Karwendelgebiet, allein 14 auf Tiroler Seite. Es ist das älteste Schutzgebiet Tirols, 1928 verordnet, seit 1995 auch Europaschutzgebiet (Natura 2000) und seit 26. 1. 2010 mit dem Prädikat "Naturpark" ausgezeichnet - übrigens mit seinen 727 km2 der größte Österreichs. Mit einer der höchsten, im Alpenraum existierenden Adlerdichten hat man gute Chancen, diese imposanten Greife zu Gesicht zu bekommen. Obwohl mit einem Swarovski-Fernglas ausgerüstet - das ist in der "Nature Watch"-Kooperation inbegriffen - gehören wir nicht zu besagten Glückspilzen. Der Anblick des feuchten, herbstlich gefärbten Issangers entschädigt in vollem Ausmaß, denn in diesem Jahr strotzen die Vogelbeerstauden geradezu vor Früchten, die sich fast kitschig gegen den blauen Himmel abheben. "Dieses Gebiet muss man von Juni bis August erwandern, dann haben wir hier ein Blütenmeer aus Knabenkräutern, Eisenhut u.v.a.", erzählt Susi Vianello begeistert.
Das Projekt "Nature Watch" bietet, davon konnte ich mich überzeugen, eine neue Qualität im Natur-Bergtourismus, weil es für Menschen entwickelt wurde, die das Natur- und Bergerleben schätzen, aber auf eine komfortable Unterkunft nicht verzichten wollen. Die Kombination aus dieser und der Betreuung mit ausgebildeten Naturführer/innen auf ausgewiesenen Nature-Watch-Strecken ist auch für weniger bergerfahrene Naturliebhaber ideal!
ChefR Ingrid Hagenstein
www.nature-watch.at
www.karwendel.org
www.tiroler-schutzgebiete.at
www.natopia.at (Verein Natopia; gegründet von önj und Naturschutzbund Tirol)
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