44. Österr. Naturschutztag - 21. & 22. November 2011 - Heffterhof Salzburg
NATURSCHUTZBUND Österreich, Österreichische Bundesforste und das Land Salzburg veranstalteten am 21. und 22. November eine Tagung um viele Fragen zum Thema "Wald unter Druck?" anzusprechen und zu diskutieren.
Über 170 Teilnehmer mit unterschiedlichsten Interessen nahmen an der Tagung teil. Das breite Teilnehmerfeld bot die Möglichkeit, viele verschiedene Themen anzusprechen und zu diskutieren. Es gab interessante Referate zu diversesten Themen, Gesprächsrunden, eine sehr angeregte Diskussion mit dem Publikum und als krönenden Abschluss eine Podiumsdiskussion mit einer Reihe von Vertretern aus verschiedenen Interessensgruppen.
Am ersten Abend fand ein Quiz statt, in dem es darum ging, den Wald mit allen Sinnen zu kennen. Nach diesem lockeren Einstieg bot die Tagung sehr viel Raum für Gespräche, Fragen und Diskussionen und wurde von allen Teilnehmerfeldern sehr gut angenommen. Gesprächsrunden mit anschließender Diskussion im Plenum fanden zu den Themen "Klimaschutz vs. Naturschutz?", "Natur braucht Fläche" und "Artenreiche Wälder fördern" statt. Weiters gab es Vorträge aus der Praxis zu den Themen "Altbaumprojekt Burgendland", "Naturschutz im ÖBf-Revier", "Naturschutz-Schutz-Wald" und "Forstwirtschaft auf Natura 2000 Flächen.
Genaueres können Sie in unserer Pressemeldung nachlesen.
Mehr Schutz und nachhaltige Bewirtschaftung für unsere Wälder
Beim NATURSCHUTZBUND hat Waldschutz Tradition.
Kaum ein Lebensraum prägt Österreich so stark und wird gleichzeitig in so vielfältiger Weise von uns Menschen genutzt. Deshalb engagiert sich der NATURSCHUTZBUND seit Jahrzehnten für naturnahe Wälder: als Raum zum Leben für Pflanzen, Tiere und Menschen! Im Jahr der Wälder wird er seine Bemühungen fortsetzen und sich im Dialog mit den Waldnutzern für mehr Natur im Wald einsetzen.
Obwohl 48% unsers Landes bewaldet sind, kämpfen viele Waldbewohner auch im Internationalen Jahr der Wälder um ihr Bestehen! Nur wenige Baumarten bilden den Großteil unserer Wälder. Und viele ihrer Bewohner - Spechte, Fledermäuse, der Luchs oder der Alpenbock - brauchen naturnahe, ungestörte Bereiche zum Überleben.
Um diesen bedrohten Tier- und Pflanzenarten das Überleben zu ermöglichen, engagieren wir uns und gehen mit gutem Beispiel voran: Besonders wertvolle Gebiete kaufen und betreuen wir, wie etwa die Schluchtwälder an der Ranna in OÖ, setzen Schutzprojekte für einzelne Wald-Arten um, beispielsweise für die Wildkatze, erheben das Vorkommen besonders sensibler Arten, wie des Schwarzspechts und informieren u.a. über die Bedeutung von Alt- und Totholz. Und wir diskutieren intensiv mit allen Betroffenen und Interessensgruppen über die Zukunft unseres Waldes.
Wald-Naturschutzkongress: Handlungsbedarf und Vorzeigeprojekte
Der NATURSCHUTZBUND veranstaltete am 21. und 22. November 2011 gemeinsam mit den Österreichischen Bundesforsten und dem Land Salzburg einen Wald-Naturschutz-Kongress mit über 170 Teilnehmern. Die erfolgreiche Veranstaltung suchte nach Wegen, wie der Spagat zwischen nachhaltiger Nutzung der Ressource Holz und der Erhaltung der Lebensvielfalt im Wald zu schaffen ist. Einen Rückblickauf die Veranstaltung und nähere Infos finden Sie hier.
Was jeder zum Waldschutz beitragen kann
Mehr Schutz und nachhaltige Nutzung unsere Wälder ist das Ziel der UNO und seiner Mitgliedsstaaten für 2011.
Das internationale Jahr der Wälder richtet sich aber nicht nur an die Regierungen, Waldbesitzer und –bewirtschafter oder die Holzindustrie, sondern auch an jeden einzelnen von uns.
Denn als bewusste Verbraucher können wir alle zum Schutz der Wälder beitragen
Oft helfen auch schon kleine Maßnahmen, den Wald zu schützen und seine naturverträgliche Nutzung zu fördern!
Hier einige Tipps...
- Gehen sie sparsam mit Holz und Papierprodukten um
Papier sparen heißt Wald schützen, besonders bei Papier aus Tropenholz: Muss es wirklich Küchenrolle sein und jeder Text ausgedruckt werden? Druckerstandard auf doppelseitig, Pfandflaschen statt Getränkekartons, nicht jede Jause muss beim Kauf noch (mehrfach) eingepackt werden, zum Geschenkpapier gibt’s auch originelle Alternativen, „Kein Werbematerial“-Aufkleber...
- Nutzen sie wenn möglich Recyclingpapier
Mittlerweile gibt es von Klopapier über Druckerpapier bis zu Pappbechern alles. Das Umweltzeichen garantiert 100% Recycling-Papier und die Einhaltung strenger Kriterien.Übrigens: Die Herstellung von 500 Blatt Recyclingpapier spart im Vergleich zu Frischfaserpapier auch Energie, soviel dass damit eine 100-Watt-Glühlampe 44 Stunden leuchten könnte. Quelle: IFEU Heidelberg
- Achten Sie bei Holzprodukten auf die Herkunft
Bevorzugen Sie Produkte aus Holz mit Gütesiegel (PEFC oder FSC-Siegel). Deren Produktion unterliegt einem Kriterienkatalog, mit sowohl ökologischen als auch sozialen Mindeststandards. Unabhängig welches Zertifizierungssystem: Achten Sie auch darauf, Holz aus der Umgebung - mit möglichst kurzen Transportdistanzen – zu verwenden.
- Vermeiden Sie Produkte aus Palmöl
Für die Viehhaltung und auch die Produktion von Palmöl werden vor allem in den Tropen riesige Waldflächen gerodet. (Palmöl versteckt sich in Pizzen, Fertigsuppen, Waschmitteln, Kosmetika, Kerzen, aber auch in der Energieerzeugung.)
- Unterstützen Sie die Schutzprojekte des NATURSCHUTZBUNDES
Seine Landesgruppen und unzähligen Aktivisten arbeitet intensiv für die Erhaltung naturnaher Wälder, um bedrohten Tier- und Pflanzenarten das Überleben zu ermöglichen. Helfen auch Sie vor Ort mit oder unterstützen Sie die Naturschutzarbeit mit einer Spende!






