NATURSCHUTZBUND Burgenland
Esterhazystr. 15
A-7000 Eisenstadt
Tel.: +43-(0)664-8453048 (werktags 9.00-17.00 Uhr)
Fax: +43-(0)2682-702-190
Email: burgenland
@naturschutzbund.at

Natur-Fotoausstellung eröffnet
die besten Bilder als Bildschirmschoner downloadbar
Mit regem Besucherandrang und einer gelungenen Eröffnungsfeier wurden am Samstag dem 10. Oktober auf Schloss Lackenbach die Sieger des Natur-Fotowettbewerbes gekürt und die Fotoausstellung eröffnet.
Für alle die nicht kommen konnten gibt’s die besten Bilder auch als Download unter www.naturschutzbund-burgenland.at oder bis 31.12.2009, Mi-So 9.00-16.00 Uhr, auf Schloss Lackenbach zu besichtigen.



Obmann:
Dr. Ernst Breitegger
Geschäftsführer:
Mag.Dr. Thomas Zechmeister


Zum NATURSCHUTZBUND Österreich
Eberhard-Stüber-Insel
Der Naturschutzbund Burgenland leistet Bedeutendes zur Bewahrung von Naturschätzen abseits von amtlich verordneten Naturschutzgebieten
1981 - vor 28 Jahren - erwarb der NATURSCHUTZBUND Burgenland eine ornithologisch wertvolle Halbinsel im Nordteil des Illmitzer Zicksees. Der Ankauf unter Obmann Rudolf Triebl wurde von Naturschutzbund Präsident Prof. Dr. Eberhard Stüber vorfinanziert und durch den NATURSCHUTZBUND Österreich unterstützt. Damals wurde der Grundstein für die Pflege und Pacht / Kauf von ökologisch wertvollen Gebieten gelegt, die durch Nutzungsaufgabe oder Zerstörung bedroht waren. Heute verwaltet und betreut der Naturschutzbund Burgenland über 60ha gefährdete Naturlandschaft für Generationen. Im Rahmen eines kleinen Festaktes wurde ein Gedenkstein auf der Halbinsel enthüllt, die Halbinsel "Mitterboschen" trägt nun den Nahmen "Eberhard Stüber Insel" als Dank für seinen Einsatz für unsere Natur.




Aktuelles Exkursionsprogramm!


Mitgliedstarife NATURSCHUTZBUND Burgenland

A-Mitgliedschaft inkl. Zeitschrift "Natur und Land" und "Natur und Umwelt im Pannonischen Raum"
EUR 24,-

B-Mitgliedschaft inkl. "Natur und Land" und "Natur und Umwelt im Pannonischen Raum" (für Angehörige, Studenten, Senioren)
EUR 12,-

Fördermitglieder (privat; Ausland))
EUR 48,-

Fördermitglieder (Institutionen)
EUR 75,-
Management für die Flusskrebse im Burgenland

Im Rahmen des NATURSCHUTZBUND Burgenland-Projektes "Managementmaßnahmen für die verbliebenen heimischen Flusskrebsbestände im Burgenland" sollen bis 2011 in enger Kooperation mit der Fischerei Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen für die heimischen Flusskrebse durchgeführt werden.

Im Zentrum steht hierbei der Schutz der verbliebenen Bestände heimischer Flusskrebse in den Oberläufen der Fließgewässer. Die schützenswerten heimischen Flusskrebsarten sind Edelkrebs, Steinkrebs und Europäischer Sumpfkrebs.

Der eingeschleppte nordamerikanische Signalkrebs kommt mittlerweile verbreitet in den Fließgewässern und Teichanlagen des Burgenlandes vor.

Die Signalkrebse sind Infektionsträger der Krebspest, einer für die heimischen Krebse tödlichen Pilzkrankheit. Es müssen daher gemeinsam mit der Fischerei und den Teichbesitzern Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung der Signalkrebse ergriffen werden.

Die folgenden Arbeitsschritte sind im Projekt geplant:
  • Aufbau einer Kooperation mit den Fischereiberechtigten bzw. -ausübenden vor Ort
  • Aufklärung der Fischer und Teichbewirtschafter über notwendige Maßnahmen, Schutzerfordernisse, Gefahr der Einschleppung von Exoten und Krebspest
  • Entwicklung eines Umsetzungsplanes im jeweiligen Gebiet mit den Fischern
  • Umsetzung der Maßnahmen mit den Fischern vor Ort
  • Dokumentation der Bestandsentwicklung und der Maßnahmenumsetzung im Projektzeitraum
  • Kooperation mit der Wasserbauabteilung bezüglich möglicher baulicher Maßnahmen zur Förderung der Krebsbestände in den betroffenen Gewässerabschnitten

Wenn Sie an den Maßnahmen zum Schutz der heimischen Flusskrebse bei Ihnen vor Ort mitwirken wollen, laden wir Sie ein, mit dem Projektteam Kontakt aufzunehmen:
NATURSCHUTZBUND Burgenland, Esterhazystraße 15, 7000 Eisenstadt, Tel.: 0664-8453048,
burgenland@naturschutzbund.at, www.naturschutzbund-burgenland.at,

oder die Projektleiter
Dipl.-Ing. Christian Holler 03322/43260, c.holler@tb-holler.at
bzw. Gerhard Woschitz 0664/1204461, gerhard.woschitz@utanet.at



Edelkrebs © Eder

Edelkrebs



Mitglied werden



Erfolgreiche Versteigerung des 1. Laubner-Naturschutz-Originalgemäldes
Orchideenwiesen-Ankauf durch den Naturschutzbund in Mattersburg gesichert

Sepp Laubner und der NATURSCHUTZBUND Burgenland haben mit Unterstützung der Austrian Wind Power GmbH ein 2Natur-und-Kunst-Projekt" initiiert. Der Reinerlös der Versteigerung der "Naturschutz"- Gemäldeserie und der dazugehörigen handsignierten und auf 300 Stück limitierten Kunstdrucke kommt dem Schutz naturschutzfachlich wertvoller und bedrohter Wiesen im Burgenland zugute. Das 1. Originalgemälde, Acryl auf Leinen, Format 70 x 100cm, wurde am Freitag, den 14. November 2008 auf Burg Forchtenstein im Rahmen einer Benefizveranstaltung an Frau Dr. Ilse Böhm aus Kobersdorf versteigert. Mit dem Reinerlös wird eine Orchideenwiese in Mattersburg erworben, die akut vor der Zerstörung gerettet werden muss.

Für alle Kunst- und Naturliebhaber sind die limitierten und handsignierten Kunstdrucke des versteigerten Originals im Format 50 x 70 cm um EUR 100.- jetzt erhältlich. 100% des Kaufpreises gehen in den Naturschutz! Als Käufer werden Sie namentlich auf den Infotafeln bei den angekauften Flächen als "Spender" genannt und persönlich zu exklusiven Exkursionen ab Frühjahr 2009 eingeladen

Der Kunstdruck kann direkt erworben werden:
  • Bezirk Eisenstadt bei der Buch-und Bürowarenfirma "Nentwich-Lattner", Hauptstr. 39, 7000 Eisenstadt bzw. In der Ortsvinothek Breitenbrunn, Eisenstädterstraße 16, 7091 Breitenbrunn
  • Bezirk Neusiedl am See in der Vinothek "Weinwerk", Obere Hauptstraße 31, 7100 Neusiedl/See; In der Papierhandlung Knotzer, Untere Hauptstraße 62, 7100 Neusiedl/See; im "Nationalparkinfozentrum", Hauswiese 1, 7142 Illmitz; sowie in der Papierhandlung Knotzer, Hauptstraße 2, 7132 Frauenkirchen
  • Bezirk Mattersburg bei der Papierhandlung Knotzer, Gustav-Degengasse 4, 7210 Mattersburg
  • Bezirk Oberpullendorf bei der Buchhandlung Hotz-Behofsits GmbH, Hauptstraße 8, 7350 Oberpullendorf
  • Bezirk Oberwart bei Gardinen von MASSING, Textilboutique Massing, Wiener Str. 2, Hochhaus, 7400 Oberwart

Eine telefonische Bestellung ist weiters unter 0664 84 53 048 (Frau Wuketich) möglich oder Sie senden ein email unter natur.und.kunst@gmx.at





Sepp Laubner und die Käuferin Ilse Böhm

Kopfbäume - das vergessene Kulturgut

Ein Projekt des NATURSCHUTZBUNDes Burgenland

Text:
Renate Roth

Der NATURSCHUTZBUND Burgenland führt derzeit im Rahmen der Sonstigen Maßnahmen des Österreichischen Programms für die Entwicklung des Ländlichen Raumes ein Projekt zur Erhaltung der Kopfbäume durch. Das Projekt begann im September 2004 und läuft bis Ende August 2008. Hauptziele des Projektes sind die Kartierung sämtlicher Kopfbäume im Burgenland, die Initiierung von nachhaltigen Pflegearbeiten an bestehenden Kopfbaumbeständen sowie eine breite Öffentlichkeitsarbeit.

Kopfweiden gehören im Burgenland, insbesondere im Bezirk Mattersburg, im Gebiet um die Leitha und im Landessüden zum typischen Bild der Landschaft. Entstanden sind diese eigenartigen Bäume durch eine spezielle Art der Nutzung. Bei der sogenannten "Kopfholzwirtschaft" werden die Stämme der Jungbäume in ein bis drei Metern Höhe "geköpft". In den folgenden Jahren werden an dieser Stelle regelmäßig die Äste und Zweige entfernt, sodass mit der Zeit durch verstärkten Längenwuchs an der Schnittstelle und Überwallungen der Schnittwunden das charakteristische bizarre Erscheinungsbild der Kopfbäume entsteht.

Bevorzugte Baumarten sind wegen ihrer hohen Austriebsfähigkeit vor allem die Silber- und die Bruchweide (Salix alba, Salix fragilis) und deren Hybridformen (Salix x rubens) sowie die Korbweide (Salix viminalis). Vereinzelt werden auch Pappeln (Populus nigra), Ulmen (Ulmus sp.) oder Eschen (Fraxinus excelsior) zu Kopfbäumen erzogen. Im Burgenland findet man als Relikt der Seidenraupenzucht vereinzelt auch noch Kopf-Maulbeerbäume (Morus sp.).

Kopfbäume als Relikte traditioneller Nutzung...
Kopfweiden stellen ein uraltes Kulturgut dar. Schon in der Bronzezeit wurde Flechtwerk aus Weiden angefertigt, was auf Kopfholzbetrieb schließen lässt. Eindeutig belegt ist die Kopfholznutzung aus der Römerzeit durch Berichte von Plinius. Die Wichtigkeit der Kopfweiden in der europäischen Geschichte spiegelt sich darin wieder, dass zahlreiche bekannte Maler, unter ihnen P. Bruegel und Van Gogh, diese markanten Bäume verewigt haben. Auch Goethe hat den Kopfweiden mit seinem "Erlkönig" ein Denkmal gesetzt.

Wegen der starken Wüchsigkeit von Weiden und der hohen Biegsamkeit ihrer Ruten wurden sie als Zaunpfähle, Besenstiele, Bohnenstangen, zum Binden von Wein, zur Errichtung von Zäunen u. v. a. mehr verwendet. Besondere Bedeutung im Burgenland erlangte die Kunst der Korbflechterei, die die Generation unserer Großväter durchwegs beherrschte und die auch heute noch vereinzelt in den Dörfern praktiziert wird.

Durch die zunehmende Technisierung und Verwendung von synthetischen anstelle von Holzprodukten gerieten die Kopfweiden in den letzten Jahrzehnten allerdings immer mehr in Vergessenheit. Abgesehen davon, dass die Bäume heute kaum mehr geschnitten werden und in Folge zunehmend kopflastig werden und zusammenbrechen, gibt es auch kaum Neupflanzungen.

...und als Zentren der Artenvielfalt
Die Erhaltung, Pflege und Neupflanzung von Kopfweiden ist nicht nur wegen ihrer landschaftsprägenden Gestalt und als Erinnerung an eine alte Kulturform wünschenswert, sondern auch von großer ökologischer Bedeutung.

Weiden, die als Weichholzart im Gegensatz zu vielen anderen Gehölzen kein Kernholz ausbilden, das Gerbstoffe mit fungizider Wirkung enthält, sind an sich anfällig für Pilzbefall. Durch die Verletzungen, die den Kopfweiden bei der Pflege zugefügt werden, kommt es aus diesem Grunde schnell zu Fäulnisstellen und einer Zersetzung des Holzes. So bilden sich zahlreiche Aushöhlungen und große Mengen an Holz in unterschiedlichen Zerfallstadien. Gerade in unserer übergepflegten Kulturlandschaft, in der es so gut wie kein Totholz in Form von Reisighaufen, alten Schuppen, Zaunpfählen, Baumruinen und Totästen mehr gibt, sind die Kopfweiden für viele Tiere, die auf ausgefaulte Höhlen und Spalten oder auf das Tot- oder Mulmholz selbst angewiesen sind, die einzige Überlebenschance.

Dazu kommt, dass Weiden zu den insektenreichsten Pflanzen überhaupt gehören. Alleine über 100 Käfer- und 130 Schmetterlingsarten sind auf die Gattung Salix angewiesen, viele von ihnen fühlen sich auf Kopfweiden besonders wohl. Über 200 Käferarten, die entweder auf Weiden- oder auf Totholz spezialisiert sind, darunter viele Rote-Liste-Arten, können auf alten Kopfweiden vorkommen, ebenso mannigfaltige Zweiflügler, Hautflügler und Ameisen.

Die zahlreichen Aushöhlungen des Weidenkopfes bieten auch ideale Lebensbedingungen für eine Reihe von Wirbeltieren. So baut der Specht gerne seine Bruthöhlen im morschen Holz der Kopfbäume, umso mehr, als er hier ein reichliches Nahrungsangebot findet. In verlassenen Spechthöhlen oder in natürlich vorkommenden Höhlen des Weidenkopfes finden auch andere höhlenbewohnende Vögel Lebens- bzw. Brutraum. Wichtige Höhlenbewohner, die Kopfweiden potentiell als Habitat nutzen, sind die gefährdeten Vogelarten Steinkauz, Hohltaube und Wiedehopf. Weitere zeitweilige Kopfweidenhöhlennutzer sind verschiedene Meisenarten, der Gartenrotschwanz, der Grauschnäpper und der Trauerfliegenschnäpper.

Auch Säuger wie Siebenschläfer, Marder und Wiesel finden in den Höhlen der Kopfweiden Unterschlupf. Die gefährdeten Fledermäuse nutzen Kopfbaumhöhlen gerne als Sommerquartier zur Aufzucht ihrer Jungen.

Durch ihren hohen Anteil an Mulm sind Kopfbäume oft mit anderen Pflanzen, den sog. Überpflanzen, besiedelt. Vor allem Brennnesseln, Drüsiges Springkraut und sogar Gehölze wie Schwarzer Holunder, Hunds-Rose, Himbeere oder Wilde Stachelbeere, von Wind oder Vögeln vertragen, können hier keimen und sich entwickeln, ohne die Weide selbst zu schädigen. Auch die Zahl der an Kopfbäumen vorkommenden Moose, Flechten und Pilzarten, die echte Epiphyten darstellen, ist enorm hoch.

Landesweite Kartierung der Kopfbäume im Burgenland
Im Burgenland sollen diese enorm artenreichen Kleinbiotope, die auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen Österreichs als "von völliger Vernichtung bedroht" eingestuft werden, nun auf Initiative des ÖNB eine Renaissance erleben. Im Zuge des Kopfweidenprojektes wird der aktuelle Bestand an Kopfweiden im gesamten Bundesland erfasst und kartiert. Auf Basis dieser Daten soll dann durch fachgerechten Schnitt und regelmäßige Pflege bereits bestehender Bäume bzw. durch gezielte Neuanpflanzungen ein wichtiger Beitrag zum nachhaltigen Naturschutz geleistet werden.

Die Kartierungen werden flächendeckend und baumgenau im gesamten Burgenland durchgeführt. Erhoben werden dabei grundlegende Daten wie Baumart, unmittelbare Umgebung des Baumes, Kopfhöhe und Stammumfang, daneben aber auch das Vorkommen von Überpflanzen bzw. Epiphyten, Höhlen oder Tieren am Baum. Weitere Kriterien sind die Vitalität des Baumes, der durchschnittliche Astdurchmesser sowie eventuelle Schäden am Baum. Zusätzlich zu diesen Parametern, die sich auf den einzelnen Baum beziehen, werden für jeden Standort Informationen zum Eigentümer, Schutzstatus, Wegbeschreibung und Zufahrtsmöglichkeit erfasst.

Nach den Erhebungen im Gelände werden alle erfassten Kopfbäume im Geographischen Informationssystem (GIS) digitalisiert und mit den dazugehörenden Datenbaken verknüpft. Mit Hilfe dieser Datenbank sind Standorte und Einzelbäume sowie deren Zustand jederzeit abrufbar.

Im Zuge der Kopfbaumkartierungen werden auch Areale für potentielle Neupflanzungen ausgewiesen. Dies können v. a. Gräben ohne holzige Begleitvegetation sein, aber auch Ufer stehender Gewässer, Ränder feuchter Wiesen, Wegränder mit feuchtem Untergrund etc. Dabei wird besonders eine Vernetzung der Kopfbaumbestände zu einem Biotopverbund sowie die Bedeutung einer möglichen Neupflanzung für das Landschaftsbild berücksichtigt.

Die Kopfbaum-Kartierungsarbeiten sind bis auf einige wenige Gemeinden im Norden des Burgenlandes bereits abgeschlossen. Das Ergebnis ist durchaus erfreulich - ist doch der Kopfbaumbestand im Burgenland mit rund 6.000 Einzelbäumen wesentlich größer ist als ursprünglich angenommen. Weniger erfreulich ist freilich die Tatsache, dass der Großteil der Bäume nicht oder nur mangelhaft gepflegt wird und daher unmittelbar bruchgefährdet ist. Darüber hinaus sind die Bestände wegen mangelnder Neupflanzungen durchwegs überaltet.

Erste Pflegearbeiten an alten Kopfbaumbeständen
Die breite Öffentlichkeitsarbeit in Form von Führungen für Kinder und Erwachsene sowie intensiver Pressearbeit, die wesentlicher Bestandteil des Projektes zur Erhaltung der Kopfbäume ist, hat bereits erste Früchte getragen. So wurden in der Wintersaison 2005/2006 an mehreren überalteten Kopfbaum-Beständen wieder Pflegearbeiten durchgeführt und so deren Fortbestand für die nächste Zeit gesichert. Für den kommenden Winter ist neben einer Fortführung der Pflegearbeiten auch die Veranstaltung von Korbflechtkursen geplant.

Besonders schön geschnittener Kopfbaum © Renate Roth

Besonders schön geschnittener Kopfbaum



Kopfbaum als Totholz © Roth

Kopfbäume haben besonders wertvolle Totholzbereiche



Das Schneiden von Kopfbäumen ist mühsam © Roth

Das Schneiden von Kopfbäumen ist mühsam



Totholzexkursion mit Kindern © Roth

Kopfbaum-Exkursion mit Kindern



Frisch gepflegter Maulbeer-Kopfbaum im Bezirk Mattersburg © Roth

Frisch gepflegter Maulbeer-Kopfbaum



Kinder lieben Kopfbäume - als Kletterbaum © Roth

Kinder lieben Kopfbäume - zum Klettern!



Wanderausstellung zum Thema "Kopfweiden" im Burgenland eröffnet!
Bisheriger Höhepunkt des Projektes war die Eröffnung der Wanderausstellung zum Thema "Kopfweiden" in der Bezirkshauptmannschaft Mattersburg am 22. Juni 2006. Die Ausstellung besteht aus insgesamt sechs Tafeln im Format A0. Das Thema "Kopfweiden" wird dabei von verschiedenen Seiten umfassend beleuchtet:

Tafel 1 - Verwendung von Weiden weltweit
Tafel 2 - Ein Korb entsteht
Tafel 3 - Was die Weide alles kann
Tafel 4 - Weidenarten
Tafel 5 - Pflege von Kopfbäumen
Tafel 6 - Weidenbewohner

Bis zum Projektende im August 2008 soll die Ausstellung in öffentlichen Gebäuden des Burgenlandes, beispielsweise Gemeindeämtern, Banken und Schulen, gezeigt werden und der Bevölkerung die Bedeutung des alten Kulturgutes Kopfweide näher bringen. Für Schulen werden parallel dazu auch eigens konzipierte Unterrichtsstunden, die die Schüler auf spielerische Weise mit dem Thema vertraut machen, angeboten.

Nähere Informationen zum Projekt sowie zur Ausstellung erhalten Sie unter 0650/3006690 oder unter renate.roth@naturschutzbund.at




Kopfbaumausstellung © Roth

Ausstellung "Kopfweiden" in Mattersburg

Ausgestorben geglaubtes Labkraut wiederentdeckt!

Ausgerüstet mit Ferngläsern, Bestimmungsbüchern und Insektennetzen fanden sich am Sonntag, den 22. 5. 2005 rund 100 Naturbegeisterte im mittelburgenländischen Großwarasdorf ein, um die Flora und Fauna unserer Kulturlandschaft zu erkunden. Anlässlich des "Tages der Artenvielfalt", vom NATURSCHUTZBUND Burgenland heuer zum ersten Mal ausgerufen, galt es, die ungeahnte Artenvielfalt in und um unsere Dörfer zu entdecken und zu dokumentieren.

Ausgehend vom burgenländisch-kroatischen Kulturzentrum "KUGA" im mittelburgenländischen Großwarasdorf fanden insgesamt zehn Exkursionen in die nähere Umgebung statt. Namhafte Experten wie die Botaniker Univ. Prof. Manfred A. Fischer und Univ- Prof. Wolfgang Holzner, der Entomologe DI Anton Koschuh, der Vogelkundler Rudolf Triebl sowie die ORF-Kräuterfachfrau Miriam Wiegele eröffneten den interessierten Teilnehmern völlig neue Perspektiven bei der Bewertung und Betrachtung der Umwelt in ihrer unmittelbaren Umgebung. Ganz im Zeichen des heurigen NATURSCHUTZBUND-Mottos "Natur findet Stadt" konnte gezeigt werden, dass sich trotz unserer ausgeräumten Kulturlandschaften noch einiges an Artenreichtum in unseren Gebieten tummelt.

So zeigten sich viele Teilnehmer davon überrascht, auf den Feuchtwiesen beim Frauenbrunnbach zwischen Deutschkreutz und Horitschon gleich zwei FFH-relevante Falter-Arten - nämlich den
Osterluzeifalter (Zerynthia polyxena) sowie den Eschenscheckenfalter (Euphydryas maturna) - zu entdecken. Noch viel erstaunter waren die Exkursionsteilnehmer jedoch, als sie unter der Leitung von Prof. Manfred A. Fischer auf einer unscheinbaren Brachfläche nahe des Kreutzer Waldes das sehr seltene und in weiten Teilen Österreichs bereits ausgestorbene Dreihörnige Labkraut (Galium tricornutum) bewundern konnten!

Inzwischen sorgten erfahrene Waldpädagogen dafür, dass auch der Forscherdrang der jugendlichen Teilnehmer nicht zu kurz kam. Besonderen Anklang fanden die Expeditionen zu einem nahe gelegenen Tümpel, bei denen Rückenschwimmer, Wasserskorpione, Kaulquappen und viele andere Wassertiere in Becherlupen - zur Verfügung gestellt von der Gemeinde Großwarasdorf - beobachtet werden konnten.

Der gemütliche und für alle Teilnehmer sehr lehrreiche Tag nahm seinen Ausklang zu Klängen der Tamburica, die eine für die Burgenland-Kroaten ganz typische Volksmusik darstellt.





Prof. Fischer in seinem Element: Beim Botanisieren

Feuchtgebietserhebung Burgenland - Grundlagenforschung

Problem: Vor allem außerhalb von Natura 2000 Gebieten ist das Wissen über die Artenausstattung von WasSerlebensräumen oft mangelhaft bzw. nicht ausreichend. Die vollständige Erfassung der naturräumlichen Ausstattung ist aber Voraussetzung, um diese wertvollen Biotope zu schützen.

Ziel: Flächendeckende Erhebung aller burgenländischen Feuchtgebiete, Potenzialabschätzung ihrer Fauna und Flora.

Lösung: Parzellenscharfe Erfassung und Digitalisierung aller bedeutenden Feuchtgebiete - vor allem jener außerhalb von Natura 2000 Flächen - im Burgenland. Bewertung ihrer Schutzwürdigkeit, Publikation der Ergebnisse als Handbuch und CD-Rom

Gerade die hochsensiblen Feuchtgebiete sind besondere und erhaltenswerte Lebensräumen, ihre Zerstörung ist gesetzlich verboten. Durch die Konzentration auf die Natura 2000 Gebiete drohen aber Flächen außerhalb dieser Europaschutzgebiete vernachlässigt zu werden. Gerade für Feuchtgebiete, deren Artenausstattung besonders vielfältig und auch sensibel ist, ist aber ein umfassender Schutz dringend notwendig.

Deshalb wird im Burgenland unter der Projektleitung des NATURSCHUTZBUND eine flächendeckende Erhebung aller Feuchtgebiete durchgeführt.

Im Rahmen dieser Feuchtgebietsinventarisierung sollen alle bedeutenden außerhalb der Natura 2000 Gebiete liegende sowie alle noch unzureichend untersuchten Lacken des Seewinkels erfasst und digitalisiert werden. Innerhalb der Natura 2000 Gebiete werden die nicht FFH-relevanten WasSerlebensräume kartiert.



Mit einer Auflösung von 50 m² werden alle wassergeprägten Lebensräume erhoben, auch künstlich entstandene. Ziel ist eine flächige Feuchtgebietskartierung nach einer Kriterienliste, die eine Potentialabschätzung hinsichtlich Fauna und Flora erlaubt. Dargestellt werden: Lebensraumtyp mit floristischer Zusammensetzung, Erhaltungszustand, Bewertung des Lebensraumtyps (Schutzwürdigkeit, Erhaltungszustand), Defizite und Gefährdung, Managementbedarf.

Die Ergebnisse werden in Form einer Broschüre und einer CD-Rom als Feuchtgebietsinventar Burgenland publiziert, alle erhobenen Gebiete kartographisch dargestellt, kurz beschrieben und mit Fotos illustriert. Die Kartierung ist wesentliche Arbeits- und Entscheidungsgrundlage für Naturschutzbehörden, für Gemeinden, Planungsbüros und wissenschaftliche Institutionen.

Die Vegetationsaufnahme der ökologisch besonders sensiblen Feuchtgebiete im Bundesland und eine Abschätzung ihres naturräumlichen Potenzials liefert die Grundlage, um Managementpläne für Landschaftspflege und Vertragsnaturschutz zu erarbeiten. Die Erfassung des Ist-Zustands ist Basis für wissenschaftliche Arbeit und die Ausweisung von Schutzgebieten. Sie ermöglicht, Eingriffe in die Natur besser beurteilen zu können.


Rückhaltebeckenkartierung im Burgenland

Rückhaltebecken stellen bei Hochwässer einen wichtigen Schutz für Gemeinden und Regionen dar und gewährleisten einen konstanten Abfluss. Das überschüssige Wasser wird dabei über einen gewissen Zeitraum im Becken gestaut. Einige Becken sind derartig groß dimensioniert, dass auch Jahrhundert-Hochwässer - seltene hydrologische Ereignisse - aufgefangen werden können und der Schaden durch Überschwemmung für die Ortschaften begrenzt werden kann.

Durch verschiedene Randbedingungen (Bewuchs und Bewirtschaftung der Randlagen, Beckengröße und -tiefe, Ufergestaltung, Zonierung im Becken, etc.) und Umweltfaktoren (Geographie und Geologie: Wasser-Einzugsgebiet, Seehöhe, Klimazone, Untergrund, etc.) ist es nicht verwunderlich, dass jedes Rückhaltebecken auch einen eigenen charakteristischen Lebensraum ausbildet. Das Spektrum reicht von Trockenrasenelementen auf exponierten Beckenrändern bis hin zum Feuchtlebensraum im Becken selbst. Limitierend dabei ist meist der menschliche Einfluss. Somit stellen manche Rückhaltebecken in unserer heutigen "ausgeräumten" Kulturlandschaft unverzichtbare ökologische Elemente dar, die oft natürliche Habitate "ersetzen" bzw. weit auseinander liegende Habitate miteinander verbinden und einen genetischen Austausch ermöglichen.

Im Burgenland gibt es zur Zeit etwa 140 Rückhaltebecken, einige bieten gute ökologische Voraussetzungen für eine hohe Tier- und Pflanzenvielfalt, andere erfüllen diese Bedingungen nicht, bieten aber ein hohes Potenzial für biotopverbessernde Maßnahmen. Einige Studien konnten bisher belegen, dass durch eine geschickte Renaturierung von künstlichen Gewässern mit z.B. standortgetreuen Gehölzen, Verlandungszonen und einer verstärkten Gliederung etc. einerseits das ökologische Gefüge und die Artenvielfalt entscheidend verbessert und andererseits der Arbeitsaufwand für Pflege und Beckenerhaltung minimiert werden kann. Somit profitiert sowohl die Natur als auch der Mensch.

Der NATURSCHUTZBUND, Landesgruppe Burgenland, wurde daher von der Abteilung Wasserbau der Burgenländischen Landesregierung mit der Kartierung und Managementplanerstellung sämtlicher Rückhaltebecken betraut.

Ziel der Kartierung ist es, erstmals wesentliche ökologische Parameter des Lebensraums Rückhaltebecken und der Pflanzen- und Tierwelt zu ermitteln, diese zu bewerten und digital zu verarbeiten. Durch die gewonnenen Daten und das Bildmaterial werden detaillierte Managementplane für die einzelnen Standorte erstellt, die nach Umsetzung durch die Abteilung für Wasserbau zur ökologischen Verbesserung der "künstlichen Feuchtgebiete" sowie zu einer bestmöglichen "Einbindung" der Becken im Umland führen sollen. Im Winter 2004 werden die Ergebnisse in Buchform mit CD-Rom vorliegen und in der Bgld. Landesregierung erhältlich sein.

Ing. Johannes Müller und Mag. Dr. Thomas Zechmeister