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Naturschutzorganisationen gemeinsam gegen Z – Variante

26.10.2011 NATURSCHUTZBUND Vorarlberg von Bianca Burtscher (0 Kommentare)

Pressekonferenz der Naturschutzorganisationen (Foto: Günter Griesser, Naturfreunde)
Pressekonferenz der Naturschutzorganisationen (Foto: Günter Griesser, Naturfreunde)

Die Naturschutzorganisationen lehnen die Z – Variante ab. Das Ried, das bis heute als Lebensraum für stark gefährdete Arten erhalten worden ist, darf nicht einer Verkehrsvariante geopfert werden. Die Lustenauer Bevölkerung braucht eine baldigstmögliche Verkehrslösung. Die Minimalvariante „Pr“ mit einer Querung beim Bruggerloch und Anschluss an die Schweizer Autobahn wäre zu forcieren. Diese Variante würde bei einem ungleich geringeren Eingriff und mit einem Bruchteil der Kosten recht gute Entlastungswerte erzielen.

 
Lebensraumtypen wie Pfeifengraswiesen, Hochstaudenfluren und Kalkreiche Niedermoore – alle im Anhang II der FFH-Richtlinie der Europäischen Union angeführt –kennzeichnen dieses Europaschutzgebiet. Die Z – Variante würde unmittelbar am Naturschutzgebiet Birken-Schwarzes Zeug, zugleich Europaschutzgebiet, vorbeiführen, das eine Reihe von Schutzgütern der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie aufweist wie Glanzstendel (Heimische Orchidee), Heller und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Wachtelkönig oder Brachvogel. Hier sind Beeinträchtigungen des Schutzgebietes beim Bau und auch langfristig zu erwarten. In Gleggen, ebenfalls Teil des Natura 2000-Gebietes, quert die Trasse das Brutgebiet des Wachtelkönigs. Beim Bau ist hier mit erheblichenAuswirkungen zu rechnen. Es ist daher sehr fraglich, ob diese Variante einer Verträglichkeitsprüfung, die auf jeden Fall erforderlich werden wird, standhalten kann. Wahrscheinlicher ist, dass das Festhalten an der Variante Z eine tragbare und realistische Lösung für alle Beteiligen wieder für einige Jahre verzögern wird.

 

Der Erhalt dieses Europaschutzgebietes für weitere Generationen sollte höchste Priorität haben. Würde eine Straße durch das Ried gebaut werden (mit einer Bauzeit von 5 Jahren laut DI Wolfgang Suske), sollten die EntscheidungsträgerInnen auch bedenken, dass für voraussichtliche Reparaturen des Tunnels durch die Absenkungen jahrelange Baustellen mit einzuplanen sind. Die Versprechungen der Rückbauten der anderen Riedstraßen sind für uns nicht nachvollziehbar. Dies auch deshalb, weil mehrere hundert Grundstücke weiterhin bewirtschaftet werden müssen. Zusätzlich könnten die Straßen durch das Ried als günstige Alternative genutzt werden, da die Z - Variante mautpflichtig sein würde und eine mautfreie Strecke zwischen zwei Ortschaften vorhanden sein muss. Laut ASFINAG – Vorstand Alois Schedl würde die Riedstraße frühestens 2024 befahrbar sein.  
 
Die Lustenauer Bevölkerung braucht eine baldigstmögliche Verkehrslösung. Die Minimalvariante „Pr“ mit einer Querung beim Bruggerloch und Anschluss an die Schweizer Autobahn wäre zu forcieren. Diese Variante würde bei einem ungleich geringeren Eingriff und mit einem Bruchteil der Kosten recht gute Entlastungswerte erzielen. Im Vergleich die Kosten der Alternative Z mit € 323 Mio. bzw. € 428 Mio. und die Alternative Pr mit € 12 Mio. Im Vergleich die Verkehrsentlastung beim Zollamt Lustenau (im Jahr 2025) bei der Alternative Z wären dies 7131 KFZ/Tag und bei der Alternative Pr 5392 KFZ/Tag. Der Schwerverkehr kann mit der Alternative Pr wenig beeinflusst werden, weil keine Umfahrung von Lustenau möglich ist. Mit einer Vorabfertigung der LKWs und der Aufteilung auf verschiedene Grenzübergänge könnte jedoch diese Alternative auch eine Lösung für den Verkehr in Lustenau darstellen. Grundsätzlich wurde versäumt, in einem Gesamtkonzept das ganze Rheintal einzubeziehen. Die Klimaschutzziele werden somit ausgeklammert. Ein Naturschutzgebiet in einem Ballungsraum, wie dem Rheintal, darf nichtkurzfristigen Interessen geopfert werden. Dieser Naturraum ist für die Bevölkerung im Rheintal und ganz Vorarlberg von unschätzbaren Wert und muss auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben.

 

Naturschutzbund Vorarlberg

Naturfreunde Vorarlberg

Alpenschutzverband

Vorarlberger Waldverein

Vorarlberger Naturwacht

Alpenverein Vorarlberg

VCÖ Vorarlberg 

BirdLife Vorarlberg

 

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