2012: Huchen (Hucho hucho)
Der Huchen (Hucho hucho) ist der Fisch des Jahres 2012. Wegen der durch Kraftwerksprojekte wieder aufgeflammten Existenzgefährdung haben der Österreichische Fischereiverband, das Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz und das Bundesamt für Wasserwirtschaft diese Wahl getroffen.
Als größter Vertreter der Salmoniden (Lachsartigen) kann der Huchen eine Körperlänge von 140 cm und ein Gewicht von mehr als 60 kg erreichen. Damit zählt er weltweit zu den größten Süßwasserfischen. Sein Lebensraum wird vom Ausbau der Wasserkraft massiv eingeschränkt, weshalb er auf der Roten Liste der gefährdeten Arten als „vom Aussterben bedroht“ geführt wird.
Taxonomie und Verbreitung
Der Huchen wird in die Europäischen und die Asiatischen Huchenarten unterschieden. In Österreich findet sich der Donauhuchen oder Donaulachs(Hucho hucho hucho).
Er besiedelt vor allem die Äschen- und Barbenregion des Donaueinzugsgebietes. Seine größten Bestände leben in der steirischen Mur und der Pielach in Niederösterreich. Weitere Vorkommen gibt es noch in der Oberen Drau und der Gail in Kärnten sowie Einzelfunde in Enns, Inn, Ybbs und Salzach.
Beschreibung
Den Huchen zeichnet ein langgestreckter Körper, der im Querschnitt fast drehrund ist, aus. Der relativ große Kopf ist abgeflacht. Die Fettflosse ist im Vergleich zum Körper größer als bei den anderen Salmoniden ausgebildet. Die Farbe kann von Gewässer zu Gewässer variieren, wobei der vordere Körperteil in Grau-, Braun- und Grüntönen gehalten ist, der hintere Teil auch Rottöne aufweist. Ein besonderes Merkmal sind die über den ganzen Körper verteilten dunklen Flecken, die jedoch nicht rund, sondern halbmond- oder sternförmig sind und nicht auf Schwanz- und Afterflosse sowie den paarigen Flossen auftreten. Rote Punkte, ein rotes Flankenband oder weiße Flossensäume, wie sie Forellen oder Saiblinge aufweisen, fehlen gänzlich.
Diese Unterscheidungsmerkmale sind wichtig, da Junghuchen immer wieder verwechselt werden, und so in der Pfanne landen, bevor sie die Geschlechtsreife erreichen. Geschlechtsreif werden sie normalerweise mit 4 bis 5 Jahren. Dann unternehmen die Tiere oft ausgedehnte Laichwanderungen und ziehen zuwischen Ende März und Anfang Mai von der Donau die Zubringerflüsse aufwärts. In flach überströmten Schotterbereichen schlagen sie Laichgruben in den Kies, in die das Weibchen bis zu 10.000 Eier legt, die sofort vom Männchen befruchtet werden. Nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpf die Brut, die sich zunächst noch in den Kieslücken versteckt. Die Junghuchen beginnen aber bald danach, Fische zu jagen. Bei guten Bedingungen können Huchen ein Lebensalter von 20, in Einzelfällen sogar bis 40 Jahren erreichen.
Gefährdung
Der Rückgang des Huchenbestandes wurde bereits im 19. Jahrhundert sichtbar, als der Ausbau der Wasserkraft die Tiere von ihren Laichplätzen abzuschneiden begann. Auch die Flussregulierungen und die damit verschwindenden Kies- und Schotterbereiche nahmen den Huchen ihren benötigten Lebensraum. Auch Fischer sind manchmal für den Rückgang der Huchen mitverantwortlich: Durch die bereits erwähnten Verwechslungen von Junghuchen mit Forellen kommt es immer wieder zu Entnahmen von zu kleinen Tieren. Die IUCN bezeichnet den Huchen deshalb in der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“.


