Amateurforscher leisten wichtigen Beitrag zur Biodiversitätsforschung
In naturwissenschaftlichen Bereichen wie Phänologieforschung oder Artenerhebung haben Amateur-Wissenschafts-Netzwerke in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Ein modellhaftes und bereits erfolgreiches Beispiel hierfür ist die online-Meldeplattform www.naturbeobachtung.at des NATURSCHUTZBUNDes Österreich.
Gerade vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftspolitischer Entwicklungen, in denen die Ausbildung zur Artenkenntnis an den Universitäten stark rückläufig ist, aber gleichzeitig der Bedarf an soliden „Artenkennern“ durch die Anforderungen der nationalen und internationalen Naturschutzpolitik steigt, sind „Hobbyforscher“ wertvoller denn je. Denn Amateurbiologen sind zumeist keineswegs „Laien“, sondern Spezialisten mit profunder Formenkenntnis innerhalb bestimmter Organismengruppen. Beispielhaft seien hier die Hauptautoren des einzigen wissenschaftlichen Bestimmungsbuches in der Botanik, die „Flora von Österreich“, die Datensammlung ehrenamtlicher Vogelkundler für den „Österreichischen Brutvogel-Atlas“ (BirdLife) oder die Österreichische Mykologische Gesellschaft erwähnt.
Mit der Einbindung in systematische Datensammlung können Amateure aktiv an Forschungsarbeit in der Natur mitwirken und einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaft leisten – als Grundlage für angewandten Naturschutz. Wissenschaftliches und alltägliches Wissen werden so verbreitet, zusammengeführt und synergistisch genutzt. Solche „Tauschzonen des Wissens“ können durch die dynamische Vielfalt der Beteiligten und ihre unterschiedlichen Arbeitsweisen zu einem Zuwachs an Wissen führen, von dem letztlich alle profitieren.
In Amateur-Wissenschafts-Netzwerken liegen weitere unschätzbare Potentiale, u.a. in der Ausbildung weiterer „Hobbyforscher“, in der Hebung der allgemeinen biologischen Formenkenntnis oder in der Förderung der Breitenwirkung von Naturschutzanliegen durch Einbindung von immer mehr Menschen in diese Netzwerke.
Wichtiges Ergebnis der Tagung ist die Verabschiedung eines „Memorandums Of Understanding“, in dem die Teilnehmer des Fachkongresses die Bedeutung solcher Netze sowie ihre Absicht, auch weiterhin in diesen mitzuarbeiten, bekräftigen. Gleichzeitig richten sie den Appell an Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung, den Wert von Amateur-Wissenschafts-Netzwerken zur Datengewinnung genauso wie zur Vernetzung von Amateurforschern und Wissenschaftlern anzuerkennen und diese inhaltlich wie finanziell zu unterstützen.
Mehr von der Tagung:
Ausgesuchte Mediennachweise:
- Hobbybiologen-helfen-der-Wissenschaft (DerStandard)
- Biodiversität: Der Wert der Amateurforscher (orf.at)
- 40.000 Käfer sind sein Reichtum (Salzburg.com)


