NATURSCHUTZBUND Steiermark
Herdergasse 3
8010 Graz
Tel.: 0316/322377, Fax DW 4
Email: steiermark@
naturschutzbund.at


Obmann:
Univ.Doz. Dr. Johannes Gepp
Geschäftsführer:
DI Markus Ehrenpaar


Die eigene Seite der Landesgruppe: www. naturschutzbundsteiermark.at


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Mitgliedstarife NATURSCHUTZBUND Steiermark

A-Mitgliedschaft inkl. Zeitschrift "Natur und Land" und "Steirischer Naturschutzbrief" EUR 26,-

B-Mitgliedschaft inkl. "Steirischer Naturschutzbrief" (für Studenten, Senioren)
EUR 13,35

B-Mitgliedschaft ohne Zeitschrift (für Studenten, Senioren, Berg- und Naturwacht)
EUR 9,-

Fördermitglieder (privat)
EUR 48,-

Fördermitglieder (Institutionen)
EUR 96,-

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Der Katzenhang bei Spielfeld...
...wo der Osterluzeifalter fliegt!


Seit drei Jahrzehnten hielt sich der Osterluzeifalter
in der Steiermark am Rande des Aussterbens! Wiedereinbürgerungsversuche, Habitatmanagement und Artenhilfsprogramme waren nur mäßig erfolgreich. Zwischen 1970 und 1990 starben isolierte Population zwischen Graz und Leibnitz aus. Die vergangenen zehn Jahre brachten zwei Faktoren, die eine Wiederausbreitung des Osterluzeifalters in steirischen Grenzbereichen zu Slowenien förderten: Einerseits ist die intensive Landnutzung im Bereich von Grenzertragsflächen zurückgegangen und andererseits brachten die vergangenen zehn Jahre einen merkbaren Temperaturanstieg, der dem wärmeliebenden Osterluzeifalter förderlich ist. Um die Jahrtausendwende war in der Steiermark nur noch eine einzige autochthone Population des Osterluzeifalters bekannt - jene am Sandhang im Katzengraben. Es war daher das erklärte Ziel des Naturschutzbundes Steiermark, diesen besonderen Schmetterling für das Land zu sichern.

Der Sandhang im Katzengraben ist eine südexportierte Terrassenabstufung mit vielfältigen Artenvorkommen: Die prächtige Smaragdeidechse ist hier häufig, der Bienenfresser brütete in manchen Jahren und die Sandviper besiedelt im Gebiet ein kleinflächiges Areal. Daneben gibt es hunderte sandbewohnende Hymenopterenarten, Heuschrecken, Tagfalter etc., die noch Gegenstand intensiver Erforschung sind. Aus Mitteln der Steirischen Landesjägerschaft für Biotoperwerb sowie aus Erbschaftsgeldern von Frau Erna Anna Pamberger (1906-2000) wurden mehrere Hektar Trockenhänge und vorgelagerte Ackerflächen erworben. Durch ein geeignetes Management sollen die vorkommenden Osterluzeipflanzen und der Falter gesichert werden und die unmittelbar angrenzenden Äcker in artenreiche Wiesen umgewandelt werden. Im ersten Jahr wurde düngerfrei Getreide angebaut, um dem Boden die überschüssige Nährstoffe zu entziehen. Danach werden Heublumen aus der unmittelbaren Umgebung eingesät, um Schafweideflächen zu ermöglichen. Das Management der Umwandlung hat Herr OA Dr. Wolfgang Walther, ein Nachbar aus unmittelbarer Umgebung, übernommen.

Der Osterluzeifalter
Seine hellrot bedornten Raupen leben ausschließlich auf der Osterluzeipflanze Archistolochia clematitis. Offensichtlich nehmen die Raupen Giftstoffe der Futterpflanze auf und warnen daher mit ihrer roten Fleckung vor dem Gefressen-Werden. Die Falter fliegen im Frühjahr, die Raupen entwickeln sich bis zum Sommer. Der Sandhang und seine Osterluzeifalter waren Hauptdarsteller eines ZDF Fernseh-Filmes.

Der Klimawandel bewirkt die Ausbreitung wärmeliebender Arten! Der Osterluzeifalter ist in Hinblick auf den zu beobachteten Klimawandel eine besondere Indikatorart: Innerhalb weniger Wärmejahre breitete er sich von Slowenien her kommend in breiter Front in Richtung südlicher Steiermark aus und hat beispielsweise östlich von Mureck bereits die Mur überschritten! In den Murauen gibt es wieder Osterluzeifalter! Das Europaschutzgebiet "Grenzmur" hat daher ein weiteres Schutzgut!



Sandhang


Osterluzeifalter © Johannes Gepp
Projektleitung und nähere Infos:
Mag. Werner Langs
Mag. Andrea Kleinegger
e-mail: werner.langs@ naturschutzbund.at
Das Projekt Mariatroster Bach
Hintergrundinfo

Seit 1. Jänner 2001 hat der NATURSCHUTZBUND Steiermark das Fischereirecht am Mariatroster Bach, einschließlich der Nebengewässer (Tullbach, Rettenbach, Josefbach, Mariagrüner Bach), gepachtet. Das Ziel der Anpachtung ist die Entwicklung eines Gewässerleitbildes für die Stadt Graz.

Bereits im Sommer 2000 hat die Vorarbeit für das Projekt begonnen. Zusammen mit Behörden (Baubezirksleitung Graz-Umgebung; Magistrat Graz - Naturkundliche Beratungsstelle) und Vereinen (Stmk. Berg- und Naturwacht; Institut für Naturschutz, Steiermark; Österr. Wasserschutzwacht; Arbeiterfischereiverein; For Nature) wurde der Arbeitskreis Mariatroster Bach gegründet und ein Maßnahmenkatalog für einen naturnahen Bachverlauf im Stadtbereich erarbeitet. Dieser zielt auf die Verbesserung von Lebensräumen für Tiere in und am Wasser und der Steigerung der Lebensqualität im Stadtgebiet ab:

  • Rückbau von Ufer- bzw. Sohlverbauungen und Wanderhindernissen
  • Wiedereinbürgerung autochthoner (ursprünglicher) Fisch- und Krebsarten
  • Schutz, Erhaltung und Ausweitung von natürlichen Gewässerabschnitten
  • Schaffung von Pufferzonen
  • Vermeidung der Wasserentnahme und Einleitung von Abwässern
Durch die Schaffung der benötigten ökologischen Nischen sollen autochthone Krebsarten, wie Stein- und Edelkrebs, aber auch Fischarten angesiedelt werden. Bei der Ansiedelung ursprünglich heimischer Fische wird mit kleinen Arten wie Gründling, Steinbeißer, Elritze und Bachschmerle begonnen.

Auch der Eisvogel kommt in Graz am Mariatroster Bach vor. Zwar nur in einem sehr geringen Bestand, aber durch eine naturnahe Uferverbauung, den Einbau von künstlichen Bruthöhlen und anderen Rückbaumaßnahmen der BBL Graz-Umgebung wird auch der Lebensraum für diese seltene Vogelart verbessert werden.

Das Projekt zielt auf eine uneingeschränkte Wandermöglichkeit für autochthone Fische und Krebse ab, die nur einen stabilen Bestand bilden können, wenn eine gute Wasserqualität gewährleistet ist. Durch unbefugte Nutzung des Fließwassers sind Schäden an den natürlichen Gewässern entstanden. Selbst die Entnahme von Wasser für das Besprengen, die nicht gestattet ist, hat zu einer Beeinträchtigung des Wasserstandes geführt. Im Zuge der Revitalisierung dieses Baches soll mit den Anrainern der Sinn eines gesunden Lebensraumes wieder ins Bewußtsein gebracht werden.

Wenn die im Maßnahmenkatalog geforderten Punkte umgesetzt werden, werden Bäche mit ihren natürlichen Ufern (standortgerechte Uferbepflanzung) zum fixen Bestandteil im Stadtbild und somit auch die Lebensqualität und der Erholungswert gewährleistet sein.

Es ist wohl auch unsere Pflicht, uns diesem wichtigen Thema zu widmen, und auch für uns Menschen - gerade in einer streßgeplagten Zeit wie heute - Natur in der Stadt wieder erlebbarer zu machen. Fließgewässer tragen auch wesentlich zur Verbesserung des örtlichen Kleinklimas bei! In Graz selbst befinden sich 45 Bäche mit einer Gesamtlänge von ca. 127 km.

Neu angepachtetes Gewässersystem des Stifting-, Ragnitz- und Leonhardbaches

Seit 2007 zeigt sich der NATURSCHUTZBUND Steiermark durch die Anpachtung der drei Bäche Stifting-, Ragnitz- und Leonhardbach nun für das größte zusammenhängende Bächenetz in Graz - aus der Sicht des Naturschutzes - verantwortlich.

Ziel des Erwerbes ist es, eine Ist-Zustandserfassung und Elektrobefischung durchzuführen, um den Fischbestand und die Fließeigenschaften genau zu kennen. Sohlschwellen werden im Zuge von Begehungen genau geortet und mit Vertretern der Baubezirksleitung soll der Rückbau umgesetzt werden, um den Zielen der Wasserrahmen-Richtlinie gerecht zu werden. Erst nach erfolgten Renaturierungsmaßnahmen sollen auch wieder jene Fischarten eingesetzt werden, die hier ursprünglich beheimatet waren.

Wie beim Mariatroster Bach sollen auch hier durch Begehungen Missstände im und am Bach ausgeräumt werden. Ablagerungen, Grünschnitt, illegale Wasserentnahmen und Einleitungen tragen dazu bei, dass es einerseits bei Hochwasser zu Verklausungen kommen kann und andererseits sich der Bestand von Wasserorganismen rückläufig entwickelt.

Erste Begehungen wurden bereits durchgeführt. Außerdem erfolgten Erhebungen und Dokumentationen zu vorhandenen Einleitungen und Wasserentnahmen entlang dieser Fließgewässer.

Erhebungen ergaben, dass außer dem Leonhardbach die angepachteten Bäche im Oberlauf einen natürlichen Zustand (ÖZK 1) aufweisen und sich die Bachstruktur, je weiter sie ins Stadtzentrum kommen, dem naturfremden Zustand (ÖZK 4) annähern.

Bewusstseinsbildung ist ein sehr wesentlicher Bestandteil, um auch den Bach im Stadtbereich als Lebensraum bei der Bevölkerung zu sensibilisieren.



Leonhardbach © Archiv NATURSCHUTZBUND

Leonhardbach
Neu erworbene Grundstücke

Gamperlacke in Liezen
Die Altarmschlinge, die gänzlich von der Enns isoliert ist, wird von landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben. In dem von der Schlinge umschlossenen Grünland finden sich nur noch Fragmente der ursprünglichen Feuchtwiesenvegetation, die nun unter Schutz stehen. Dieser Bereich ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Fläche "Poschauko" am Sulmtalbahndamm
An den letzten Teil des Bahndammes grenzt eine Wiesenfläche, welche vom NATURSCHUTZBUND Steiermark erworben wurde. Dadurch kam es zu einer Erweiterung einer Wiese, die bereits unser Eigentum sind, sodass dieses Grundstück nun Inselcharakter besitzt.

Fläche "Trummer" am Sulmtalbahndamm
Eine dem ehemaligen Bahndamm angrenzende extensiv bewirtschaftete Maisfläche wurde vom NATURSCHUTZBUND Steiermark erworben und durch Einbringung einer Naturwiesenmischung in eine natürliche Wiesenlandschaft umgewandelt. Dort befinden sich auf Seite des ehemaligen Bahndammes noch Gehölzarten wie Schlehe, Weide, Schwarzerle und Traubenkirsche, die direkt an die Heckenstruktur angrenzen. Geplant sind die Einbringung von Saatgut der Bifangwiese und die Entfernung des für diese Region untypischen Fichtenbestandes.

Höllwiese "Lang" in Aigen
Dies ist eine der letzten artenreichen Wiesen am Grünen Band an der Kutscheniza (Fluß). Die direkt am kleinen Grenzübergang in St. Anna am Aigen liegenden Flächen sollen als Wiesen erhalten bleiben bzw. der dort befindliche Acker in Wiesenfläche rückgeführt werden. Besonderheit: Oranges Steppen-Aschenkraut

"Zeiler" - Kleinsölktalmoor
Der ehem. Bgm. Daum schlug dem NATURSCHUTZBUND Steiermark vor, die im Naturpark Sölktäler befindliche Moorfläche ins Naturraumsicherungsprogramm aufzunehmen. Die zusehends zu verwalden drohende 0,5 ha große, in einer Waldlichtung liegende Fläche, soll durch regelmäßige Entbuschung gepflegt und als Moorlandschaft erhalten bleiben. Vor Ort ist der NATURSCHUTZBUND-Bezirksstellenleiter Gerhard Schmiedhofer mit der Aufsicht über das Grundstück betraut.

"
Treichler" Lungenenzianwiese
Mit 01.01.2008 ist dieses Grundstück nach jahrelanger Pacht in das Eigentum des NATURSCHUTZBUNDES Steiermark übergegangen. Die Wiesenfläche in Wettmannstätten im Bezirk Deutschlandsberg wird aufgrund des Vorkommens von Lungenenzian durch den NATURSCHUTZBUND Steiermark geschützt und gepflegt.

"
Burgi" - Murauen
Die im Landschaftsschutzgebiet Graz-Werndorf (1480 ha) liegende Parzelle, die etwa die Hälfte der Fläche einnimmt, ist ein Auwald-Gebiet und liegt am Ufer der Mur. Der NATURSCHUTZBUND Steiermark hat ein Stück dieses Auwaldes angekauft und ist um die Erhaltung dieses biogenetischen Reservates bemüht, um den möglichen Bau eines Wasserkraftwerkes in diesem Bereich zu verhindern.



Neugründung von zwei Bezirksstellen

Ennstal - Ausseerland
Die konstituierende Sitzung des NATURSCHUTZBUNDES Ennstal - Ausseerland fand im November 2007 im Rahmen der Infoveranstaltung "Naturschutz hat Zukunft" statt.

Gerhard Schmiedhofer ist der neue Leiter der Bezirksstelle Ennstal - Ausseerland, der zugleich auch Bezirksstellenleiter der Berg- und Naturwacht im Bezirk Gröbming ist.

Ziele der Bezirksstelle:
  • Unterschutzstellung ökologisch wertvoller Biotope
  • Bewirtschaftung, Betreuung und Kontrolle der 10 Biotope im Bezirk
  • Die Flächen des NATURSCHUTZBUNDES sollen Trittsteine für verschiedene bedrohte Tier- und Pflanzenarten sein.

Der Naturfotograf Peter Eppinger präsentierte Fotos und ein Video über den Ennstaler Wachtelkönig in den Rosswiesen bei Fischern.

Der Obmann des NATURSCHUTZBUNDES Steiermark, Professor Dr. Gepp, referierte über NATURA 2000 und ihre ökotouristischen Chancen für die Region.



1. Reihe (v.l.u.): A. Tritscher, M. Drechsler, Dr. K. Hochegger. 2. Reihe: Bgm. Jürgen Winter, Bezirksstellenleiter Gerhard Schmiedhofer, Prof. Dr. Johannes Gepp, Prof. Dr. Dr. h.c. Eberhard Stüber, Mag. Harald Matz, Ing. T. Streicher, Dr. T. Seiler, E. Pircher



Murau

Durch die Initiative des Obmannes des NATURSCHUTZBUNDES Steiermark, Prof. Dr. Johannes Gepp, wurde eine Neugründung der lange ruhenden Bezirksstelle Murau initiiert.

Die Gründungsversammlung der Bezirksleitstelle Murau fand am 5. Juni 2008 statt.



v. l.: Markus Ehrenpaar, Fritz Stangl, Alfred Mandl, Cornelia Fischer, Brigitte Rosian, Peter Hochleitner, Alfred Mandl (dritter v.l.) ist der Obmann der neuen Bezirksstelle Murau.