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Beirat Nationalparks Austria tritt für den Schutz der Isel ein

Obere Iselkatarakte © W.Retter
Obere Iselkatarakte © W.Retter

Die Isel in Osttirol und ihre Zubringerflüsse müssen für Wasserkraftwerksbau tabu sein


Der Beirat Nationalparks Austria, bestehend aus Vertretern der Bundesländer, des Bundes, der Nationalparks und der NGOs, hat am 25.04.2012 bei seiner Sitzung im Nationalpark Neusiedlersee in Illmitz einen Beschluss gefasst und das Land Tirol aufgefordert, von Kraftwerken an der Isel in Osttirol sowie ihren Zubringerflüssen Tauern-, Kalserbach und Schwarzach abzusehen.

Der Antrag des NATURSCHUTZBUNDes Österreich wurde von der Mehrheit der Nationalpark-Ratsmitglieder bei vier Stimmenthaltungen ohne Gegenstimmen beschlossen. Die Isel und ihre Zubringer gehören zu den Lebensadern der Nationalparkregion Hohe Tauern in Osttirol und sind wegen ihrer Unberührtheit ein unschätzbares Kapital für die dort lebende Bevölkerung und den naturnahen Tourismus, so die Begründung.

 

Im Resolutionsantrag - dem neben Vertretern des Bundes, der Länder und geschlossen alle NGOs, Alpenverein, Naturfreunde, Naturschutzbund, Forum Wissenschaft & Umwelt, WWF und der Umweltdachverband zugestimmt haben - wird die Isel (und ihre Zubringer) als letzter großer und unberührter Gletscherfluss vom Ursprung bis zur Mündung in die Drau genannt.

Der Nationalparkbeirat appelliert zudem auch an Umweltminister Berlakovich, all seine rechtlichen und politischen Möglichkeiten für den Schutz der Isel und ihrer Zubringerflüsse im Vorfeld des Nationalparks Hohe Tauern in Osttirol auszuschöpfen.

 

Isel © W.Retter
Isel © W.Retter
Kajakfahrer auf der Isel © W.Retter

Wasserkraft

Erneuerbare Energiequelle Nr.1

 

70% des in Österreich produzierten Stroms stammt aus Wasserkraft. Obwohl die CO2-neutrale Wasserkraft grundsätzlich als umweltfreundliche, erneuerbare Energiequelle gilt, haben Wasserkraftwerke gravierende Auswirkungen auf das komplexe ökologische Wirkungsgefüge von Fließgewässern. Sie bedeuten schwerwiegende Eingriffe in den natürlichen Lebensraum der Flussbewohner: Wenn Schwallbetrieb Wasserstände künstlich schwanken lässt und extreme Geschiebetätigkeit hervorruft, Dämme Flüsse periodisch oder vollständig austrocknen lassen und damit zu regelmäßigen Fischsterben führen und Gebirgstäler überflutet werden, kann Wasserkraft nicht uneingeschränkt als naturfreundlich bezeichnet werden. Denn auch Naturlandschaften und freie Fließstrecken sind nicht erneuerbar.

 

Besonders dramatisch ist die Lage in der Alpenregion. Nur mehr ca. 10% der Fliessgewässer in den Alpen können als natürlich eingestuft werden. Der überwiegende Anteil der Flüsse und Bäche ist durch Verbauung und Kraftwerke bereits schwer beeinträchtigt.

 

 

Kleine Kraftwerke mit großer Wirkung

In Österreich werden durch das Ökostromgesetz massiv Klein- und Kleinstwasserkraftwerke gefördert. Bis dato unrentabel scheinende Kraftwerkspläne scheinen im Lichte der erhöhten Einspeisetarife wieder attraktiv. Eine Welle von Klein(st)kraftwerks-Projekten bedroht die letzten natürlichen Fließstrecken unserer Bäche und Flüsse.

 

Das Thema Wasserkraft muss ganzheitlich angegangen werden, darin sind sich alle Naturschützer einig. Durch eine systematische Erfassung und Beurteilung der Fließgewässer soll ein Konzept für die weiteren Möglichkeiten der Wasserkraftnutzung in Österreich ausgearbeitet werden. Und zwar unter Einbeziehung aller Betroffenen, also auch der E-Wirtschaft.

Dabei werden Strecken zu definieren sein, die vor jeglicher Verbauung zu bewahren sind.

Neben diesen Tabuzonen sollen aber auch Gebiete ausgewiesen werden, in denen weitere Wasserkraftwerke denkbar sind.

 

Prinzipiell sollte aber anstelle von neuen Kraftwerksprojekten die Energie hauptsächlich in Effizienzsteigerung investiert werden. Nicht alle bestehenden Wasserkraftwerke entsprechen dem neuesten Stand der Technik.

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