Kärnten - Wiederherstellung des Gewässerkontinuums am Rababach

Rababach - Sohlstufe © Magistrat Klagenfurt
Rababach - Sohlstufe © Magistrat Klagenfurt

WasSerleben-Fonds Landessieger Kärnten: Stadtgemeinde Klagenfurt

 

Im Osten von Klagenfurt, inmitten stark beanspruchter Kulturlandschaft, fließt der Rababach. Diese Lage in Stadtnähe mit den Auswirkungen von Verkehr, Landwirtschaft, Siedlungstätigkeit und einer Deponie haben das Gewässer vielfältig beeinträchtigt und verändert: Begradigungen mit monotonem Trapezprofil, kaum gewässertypische Strukturen, schwach ausgebildete, teilweise fehlende Ufersäume.

Besonders schwer wiegen die Unterbrechungen des Baches, weil Fische nicht mehr wandern können. Trotzdem finden sich Abschnitte mit guter und sehr guter hydromorphologischer Qualität sowie zahlreiche wertvolle Biotoptypen im unmittelbaren Umland. Auch ein parallel verlaufender Wildkorridor weist auf das nach wie vor vorhandene ökologische Potenzial dieses Landschaftsausschnittes hin, das es gilt, wieder aufleben zu lassen.

 

Nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie gehört das Projektgebiet zu jenen Gewässerabschnitten, bei denen Handlungsbedarf besteht. Nun hat sich die Stadt Klagenfurt entschlossen, den Rababach auf einer Länge von ca. 5,5 km zur renaturieren.

 

Was wird gemacht?

Einerseits müssen Gewässerstruktur und -qualität, Lebensraumaustattung und Wasserrückhaltevermögen verbessert werden. Andererseits ist geplant, die Durchgängigkeit des Baches, das sog. Gewässerkontinuum, wieder herzustellen. Dazu wird der Rohrdurchlass bei Gottesbichl (Bild li.o.) durch eine Brücke ersetzt, um die Fischpassierbarkeit im Oberlauf wieder herzustellen und kleineren Wildtieren wieder ein ungehindertes Wechseln entlang des Baches zu ermöglichen. Bestehende Strukturen, wie etwa größere Wassertiefen als Wintereinstand für Fische sollen erhalten bleiben. Weiters ist vorgesehen, einen derzeit unpassierbaren technischen Sohlabsturz im Mittellauf der Raba (Bereich Deponie Klagenfurt; Bild re.o.) in mehrere fischpassierbare kleinere Sohlstufen aufzulösen. Davon profitieren viele dort vorkommende Arten: die stark gefährdete Zypergras-Segge Carex pseudocyperus, der Breitblättrige Rohrkolben Typha latifolia, Hecht, Bachforelle, Aitel und Gründling.

 

Neben der Verbesserung des Uferbegleitstreifens – der Rababach beherbergt einen schmalen Ufergehölzbestand – sollen durch die Maßnahmen bereichsweise auch Röhrichtsäume gefördert werden, ein stark gefährdeter Biotoptyp in Kärnten.

Projektbeginn ist voraussichtlich noch diesen Herbst. Den Ausschlag für die Entscheidung der Kärntner Jury gab der große naturschutzfachliche Mehrwert, den die wasserbaulichen Maßnahmen erzielen werden.

 

Urkundenübergabe an die Stadt Klagenfurt
Wolfgang Hafner (Abteilungsleiter Umwelt Stadt Klagenfurt), Stadträtin Andrea Wulz (Stadt Klagenfurt) und Kärntens Umwelt- und Wasserwirtschaftsreferentin LR Beate Prettner © Büro LR Prettner
Einreicher und Projektverantwortlich

Magistrat der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee, Abteilung Umweltschutz/ Regine Hradetzky Mag.

 

 

Pressebilder zum Download

 

Download Presseaussendung Kärntner Landeskorrespondenz

02.12. LR Prettner zu Siegerprojekt WasSerlebenfonds 2011.doc 02.12. LR Prettner zu Siegerprojekt WasSerlebenfonds 2011.doc (32,8 kB)
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