Oberösterreich - Neunauge, Prachtlibelle, Sumpfschrecke und Bekassine – Lebensraumsicherung und -verbesserung Pfudabach und Pfudawiesen

Landessieger OÖ

WasSerleben-Fonds Landessieger: OÖ Landesfonds im Amt der OÖ Landesregierung

 

Das Umland des Pfudabaches in den Gemeinden Sigharting und Diersbach im Sauwald ist teils durch ausgedehnte Feuchtwiesenkomplexe charakterisiert, die Lebensraum seltener Vogel-, Amphibien- und Insektenarten sind. Hier befinden sich ökologische Hotspots, wie zum Beispiel das dichteste, aktuell bekannte Neunaugenvorkommen von insgesamt 13 in Oberösterreich. Die Intensivierung der Landwirtschaft im Gebiet des Sauwaldes und der Sauwaldausläufer hat die Feuchtlebensräume in den letzten Jahrzehnten stark zurückgedrängt. Zersplitterte Besitzverhältnisse, Aufgabe der Bewirtschaftung, der Höfe oder Flächenintensivierung sind heute die größte Gefahr für die Gegend.

Mit Hilfe des Projektes sollen Bach und Feuchtwiesen ökologisch aufgewertet werden, indem Uferverbauungen entfernt und eine Wehranlage abgebaut werden, um das Gewässerkontinuum wieder herzustellen.

 

Was wird gemacht?

Mit den Geldern aus dem Fonds werden das Sighartinger Wehr durchgängig gemacht, Gräben und Feuchtwiesenkomplexe saniert, Amphibienlaichplätze wieder aktiviert und Überflutungsräume geschaffen. Das alles wird unter ökologischer Bauaufsicht erfolgen. Als Eigenleistung stellt der Oö. Landschaftsfonds zusätzlich etwa 60.000 Euro für den Erwerb ökologisch sensibler Feuchtwiesen und Uferrandstreifen bereit, sodass die Umsetzung einer umfassenden Lebensraumsicherung möglich gemacht wird. Mithilfe einer Grundstücksneuordnung soll verhindert werden, dass die Flächen verbrachen – immerhin dienen sie als Hochwasserabfluss und Rückhalteflächen.

Ukrainisches Bachneunauge, Prachtlibelle, Sumpfschrecke und Bekassine sind nur einige der hier vorkommenden seltenen Tierarten, die vom Projekt am Pfudabach profitieren werden. Auch Standorte regional gefährdeter botanischer Raritäten werden durch die Projektumsetzung langfristig gesichert. LR Max Hiegelsberger: „Umwelt- und Gewässerschutz und natürlich der Erhalt der Kulturlandschaft mit seinen natürlichen Lebewesen sind wichtige Anliegen der Landwirtschaft. Wir wollen in einer intakten Natur leben und arbeiten.“

 

Projekt-Beginn wird Jänner 2012 sein, Projekt-Ende Dezember 2012.

Die Jury begründete ihre Entscheidung für dieses Landesprojekt mit dem übergeordnet hohen Interesse aus naturschutzfachlicher und wasserwirtschaftlicher Sicht: Die geplanten Maßnahmen haben hohes Potenzial zum Schutz artenreicher und gefährdeter Lebensräume – und sie sind 2012 realistisch umsetzbar.

 

Einreicher und Projektverantwortlich

Oö. Landschaftsfonds im Amt der Oö. Landesregierung/ Stefan Reifeltshammer, Dipl.-Ing.

 

Begründung der Jury

"Das Siegerprojekt ist aus naturschutzfachlicher und wasserwirtschaftlicher Sicht von übergeordnet hohem Interesse. Die geplanten Maßnahmen haben hohes Potenzial zum Schutz artenreicher und gefährdeter Lebensräume - und sie sind 2012 realistisch umsetzbar. Mit den Geldern aus dem Fonds soll das "Sieghartinger Wehr" (konsenslos, ohne Instandhaltungsverpflichtung) für Gewässerorganismen durchgängig gemacht werden, Gräben und Feuchtwiesenkomplexe im Sinne der Wiederherstellung von Amphibienlaichplätzen und als Lebensraumsicherung für seltene Arten saniert (=offen gehalten) werden und die Bestellung einer ökologischen Bauaufsicht bei den Sanierungsmaßnahmen sichergestellt werden."

 

 

Pressebilder zum Download

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