Salzburg - Ingenieurbiologische Uferbefestigung am Statzenbach

Statzenbach Uferanriss © Blasius Linhuber
Statzenbach Uferanriss © Blasius Linhuber

WasSerleben-Fonds Landes- und Österreichsieger: Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee

 

Der Statzenbach mitten im Gemeindegebiet von Neumarkt am Wallersee ist durch verschiedene Nutzungsansprüche zu einem degenerierten Bachlauf mit nur 3,5 – 4 m Breite geworden. Als Hauptzubringer von Niederschlagswässern in den Wallerbach hat er jedoch eine wichtige Funktion im Hochwasserschutz. Da im Projektgebiet bereits Uferanrisse zu sehen sind, besteht akuter Handlungsbedarf. Nun wird der Statzenbach hochwasserschutztauglich renaturiert.

 

Ziele der Revitalisierung des Statzenbaches sind

  • eine Verbesserung des gewässerökologischen Zustandes
  • mittelfristig eine Verbesserung der Gewässergüte
  • die Verbesserung der Artenvielfalt und der Vielfalt an Kleinlebensräumen
  • die Aufwertung des Landschaftsbildes

Was wird gemacht?

Geplant ist eine naturnahe Ufersicherung nach ingenieurbiologischen Gesichtspunkten. Dazu sollen geeignete, möglichst selbst ausschlagende Baum - arten zum Einsatz kommen (Spreitlagen). Besonders wichtig ist es, Pufferstreifen zu schaffen und die Bachfläche zu vergrößern. Damit wird mehr heimischen Tieren ein natürlicher Lebensraum erhalten bzw. zurückgegeben. Die naturnahe Befestigung des Bachufers wird unter wissenschaftlicher Begleitung in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Vielfalt für Neumarkt“ sowie mit den Anrainern, dem städtischen Bauhof bzw. der Bauverwaltung, dem NATURSCHUTZBUND und der Bundeswasserbauverwaltung Salzburg erfolgen.

 

Geplante Maßnahmen

  • RENATURIERUNG VON BACHLAUF UND UFER,
    mit Strukturverbesserungen in und entlang des Statzenbaches
  • ANLAGE VON BEGLEITGEHÖLZEN UND STRUKTURIERUNG MIT TOTHOLZ, ASTHAUFEN, WURZELSTÖCKEN
    auch in Teilbereichen des Neumarkter Gemeindegebietes
  • KEINE BEWIRTSCHAFTUNG BIS AN DEN GEWÄSSERRAND
    d.h. Anlage von Pufferzonen und Wiesenrandstreifen, wie extensive, teilweise ungemähte Wiesen- oder wechselnde Brachestreifen
  • MINIMIERUNG HARTER, REIN TECHNISCHER UFERVERBAUUNGEN (z.B. Steinverbau)
  • AUFWEITUNG DES BACHQUERSCHNITTES
    in ausgewählten Bereichen, um Lebensraum für Laubfrosch, Ringelnatter (Foto) & Co zu schaffen

Die Durchführung ist für 2012/2013 vorgesehen.

 

Das Projekt ist eingebunden in das naturschutzfachliche Modellprojekt „Vielfalt für Neumarkt“ – Biotopverbund für die Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee. Es wurde auch in das Regionale Entwicklungskonzept einbezogen.

„Die naturnahe Gestaltung von Fließgewässern ist ökologisch nachhaltig und unterstützt gleichzeitig einen wirkungsvollen Hochwasserschutz, der der Natur und den Menschen zugute kommt. Es ist daher sehr positiv, dass die Uferbefestigung am Statzenbach nun durchgeführt werden kann“, sagt der Salzburger NATURSCHUTZBUND-Obmann Hans Kutil.

 

Die Landesjury wählte dieses Vorzeigeprojekt, weil es u.a. ein hohes Entwicklungspotenzial für neue Strukturen im Fließgewässer bietet. „Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie ein wirkungsvoller Hochwasserschutz mit ökologischer Aufwertung des Lebensraumes einhergeht“, betonte Naturschutzreferent Landesrat Sepp Eisl bei der Auszeichnung der Gemeinde Neumarkt

 

Einreicher und Projektverantwortlich:

Stadtgemeinde Neumarkt a.W./ Bmstr. Andreas Burger, Bauverwaltung

 

Begründung der Jury

Das Projekt bietet Entwicklungspotential für neue Strukturen im Fließgewässer, wo derzeit ein durch Nutzungsansprüche degenerierter Bachlauf vorhanden ist, insbesondere durch die Schaffung von Pufferstreifen und Vergrößerung der Bachfläche.

 

Das Projekt ist eingebunden in das anerkannte naturschutzfachliche Modellprojekt „Vielfalt für Neumarkt“ – Biotopverbund für die Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee aus 2009, welches auch in das Regionale Entwicklungskonzept einbezogen wurde. Es handelt sich um einen Baustein im Biotopverbund auf Gemeindeebene.

 

Das Projekt ist noch im Detail auszuarbeiten und hinsichtlich der Flächenausstattung mit der Stadtgemeinde Neumarkt zu optimieren.

 

 

Pressebilder zum Download

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