Revitalisierung Petersbach, Abschnitt Kellerberg

Petersbach - Prachtlibelle © Robert Hofrichter
Petersbach - Prachtlibelle © Robert Hofrichter

WasSerleben-Fonds Landessieger: Stadtgemeinde Wien

 

Der Petersbach in Siebenhirten ist hart verbaut, die Sohle gepflastert. Er verläuft streng monoton, was seine ökologische Funktionsfähigkeit zusätzlich stark beeinträchtigt. Seine Ufer sind nur spärlich bewachsen, weshalb weder eine Ufersicherung noch eine Beschattung gegeben ist. Auch das Wasserrückhaltepotenzial ist unzureichend. Ein landschaftsplanerisches Konzept soll deshalb bestehende und zukünftige Nutzungen des Projektgebiets mit einem verbesserten Hochwasserschutz und der Gestaltung eines naturnahen Gewässerprofils verbinden.

 

Was wird gemacht?

Geplant sind eine Verlegung des Petersbaches, die Neugestaltung nach ökologischen Gesichtspunkten und eine Dynamisierung des Bachbettes, womit sowohl die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wie auch das Wasserrechtsgesetz (WRG) umgesetzt werden. Dadurch wird das Gewässer leistungsfähiger – größere Wassermengen können künftig besser abgeführt werden.

Konkret wird der kanalartige Petersbach auf 200 m Länge und bis zu 8 m Breite aufgeweitet und ökologisch neu gestaltet. Die Öffnung des Bettes soll ihm die Möglichkeit zurückgeben, seinen Lauf immer wieder neu zu gestalten. Die neue Dynamik der Fluss-Sohle ermöglicht es wirbellosen Tieren, von Würmern über Krebse bis zu Insektenlarven, von Stein-, Eintags- oder Köcherfliegen etc., sich am oder im Gewässergrund anzusiedeln. Weitere Tierarten, die von der Revitalisierung profitieren, sind die heimischen Fischarten der oberen bis mittleren Forellenregion (Forelle, Koppe, Gründling, Elritze, Aitel, Schmerle) sowie diverse Libellenarten (Blaugeflügelte Prachtlibelle, Gemeine Keiljungfer).

Wichtig ist auch, dass eine Verbindung zum Grundwasserkörper hergestellt wird, weil dadurch Prall- und Gleitufer, Sand und Kiesbänke entstehen können. Strukturelemente, wie Pilotenbuhnen, sollen ein Pendeln des Gewässers auslösen, erste kleinräumige Strukturen schaffen und punktuell auf den Flussverlauf wirken. Weitere vorgesehene Elemente sind ein „Raubaum“ (umgefallener Baum, der ins Wasser ragt) als Buhne, gesicherte Wurzelstöcke, Weidenfaschinenwände und Gehölzpflanzungen zur Sicherung der Uferbereiche vor Hinterspülung und Auswaschung. Besonders erfreulich ist, dass ein benachbarter Spielplatz an den Bachraum angebunden wird, damit Kinder und Erwachsene diesen Naturraum hautnah erleben können.

 

Projekt-Beginn des von der MA 45 (Amt der Wiener Landesregierung) eingereichten Projektes wird im April 2012 sein, Projekt-Ende im November 2012. Sämtliche Arbeiten erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau der Universität für Bodenkultur. Die Erd- und Modellierungsarbeiten wird die MA 45 durchführen, die ingenieurbiologischen Pflanzarbeiten erfolgen im Rahmen eines Studentenprojektes.

 

Einreicher und Projektverantwortlich:

Amt der Wiener Landesregierung, MA 45 - Wiener Gewässer

 

Begründung der Abteilung Wasserwirtschaft

Auf einer Länge von ca. 200m wird die gepflasterte und im Verlauf monotone Strecke mit ingenieurbiologischen Bauweisen rückgebaut, wobei es zu einer Laufveränderung sowie zu einer Aufweitung der Bachbreite von 1m auf 8m kommt, sodass zukünftig eine eigendynamische Laufentwicklung und Sohlumlagerung stattfinden kann. Ein benachbarter Spielplatz wird an den Bachraum angebunden und damit die Erlebbarkeit des Gewässers erhöht. Ebenso wird ein Erschließungsweg geschaffen, der die Anbindung der U-Bahn Endstation Siebenhirten an die revitalisierte Gewässerstrecke für die Naherholung sicherstellt.

 

 

Pressebilder zum Download

Bookmark and Share